Erniedrigende Rituale in Schweizer Armee-Einheit
Erniedrigende Szenen sollen sich bei einer Panzergrenadier-Einheit der Schweizer Armee abgespielt haben. Neue Mitglieder einer Kompanie mussten unter anderem Bier aus ihren Stiefeln trinken und in Unterhosen das Abendessen zu servieren.

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Erniedrigende Szenen sollen sich bei einer Panzergrenadier-Einheit der Schweizer Armee abgespielt haben. In einem Video, das am Montag auf der Nachrichtenseite Blick.ch zu sehen war, werden neue Mitglieder der Kompanie in einem "Taufritual" dazu gezwungen, rohe Eier inklusive Schale hinunterzuwürgen und Bier aus ihren Stiefeln zu trinken. Demnach wurde den Grenadieren auch befohlen, in Unterhosen das Abendessen zu servieren. Die Geschehnisse sollen sich am 20. September bei den Panzergrenadieren in dem Ort Bure im Kanton Jura zugetragen haben.
War Vorgesetzter informiert?
Ein Sprecher der Schweizer Armee bezeichnete die Szenen als "gravierend" und kündigte ein Untersuchungsverfahren an. In diesem soll festgestellt werden, inwieweit der Kompaniekommandant von den Vorfällen gewusst habe oder an diesen sogar beteiligt gewesen sei, so der Sprecher. Der zuständige Brigadekommandant habe erst durch den Bericht auf der Online-Seite davon erfahren. Eigentlich sind den Soldaten der Panzergrenadiere Rituale jeglicher Art verboten. In anderen Teilen der Armee werden sie toleriert, sofern sie nicht gesundheitsgefährdend, menschenverachtend, sexistisch oder rassistisch sind. Nach Armeeangaben hat die Zahl der "Taufrituale" in der Armee in den vergangenen Jahren abgenommen.
In Österreich hatte es im Jahr 2004 Aufregung um ähnliche Aufnahmen - in diesem Fall gestellte Geiselnahmen - und Berichte von entwürdigender Behandlung von Rekruten in zwei Kasernen in Tirol und Vorarlberg gegeben. Die Vorkommnisse blieben jedoch ohne strafrechtliche Folgen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Linz wurden 2005 eingestellt.











