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Zuletzt aktualisiert: 28.09.2011 um 20:26 UhrKommentare

Bub gegen Republik: "Es geht nicht ums Geld"

Wegen mutmaßlicher Misshandlungen durch einen Volksschuldirektor vor drei Jahren klagen die Eltern eines heute Zehnjährigen die Republik. Der Prozess wurde nach 20 Minuten vertagt.

Foto © Fotolia / Markus Bormann

Wegen mutmaßlicher Misshandlungen durch einen Volksschuldirektor vor drei Jahren klagen die Eltern eines Zehnjährigen die Republik als Dienstgeber des Pädagogen auf 3500 Euro Schmerzensgeld. Gestern gab es die erste Prozessrunde. Der Prozess wird am 21. November fortgesetzt: mit der Einvernahme des bereits pensionierten Pädagogen, der zwei Vorfälle zugibt, und dem Vater des Buben. Ein Kinderpsychiater soll ein Gutachten erstellen.

Den Eltern waren außergerichtlich erst 200, dann 500 Euro angeboten worden - ohne Erfolg. "Uns geht's nicht ums Geld", so der Vertreter der Eltern, Kurt Lichtl. Der damals Siebenjährige soll zumindest zwei Mal von dem Pädagogen gezüchtigt worden sein: durch einen Schlag auf den Hinterkopf, ein anderes Mal durch festes Packen am Arm.

Der Schüler soll dadurch zum Bettnässer geworden sein. Das bestreitet die Finanzprokuratur. Ihr Vertreter legte Befunde vor, wonach der Bub bereits vor den Vorfällen Bettnässer gewesen sei. Lichtl konterte mit einem Befund, wonach sich der Zustand des Kindes nach dem Schulwechsel stark gebessert habe.

"Die Frage ist, was das in dieser Form dem Kläger, dem Kind bringen soll", fragte der Richter die Anwälte. Lichtl sagte, es gehe nicht ums Geld. "Es geht um die gesellschaftspolitische Frage, wie man mit solchen Vorfällen umgeht, wie das Verhältnis der Schulbehörden zu den Eltern ist." Er forderte eine Entschuldigung und das Eingeständnis, dass das Verhalten des Direktors nicht nur "rechtswidrig", sondern "schuldhaft" gewesen sei. Die Prokuratur argumentiert, den Schüler treffe wegen Provokationen eine Mitschuld.

Im Zusammenhang mit dem Prozess forderte Pflichtschullehrer-Vertreter Paul Kimberger von Unterrichtsministerin Claudia Schmied gestern "mehr Durchgriffsrechte" bei schwierigen Schülern. Schmied: "Sanktionen gegen Kinder haben nirgendwo Platz und schon gar nicht an der Schule."


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