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Zuletzt aktualisiert: 28.09.2011 um 20:16 UhrKommentare

Arzt aus Dubai gelandet: "Aufgeben liegt mir nicht"

Der in Dubai wegen Mordes angeklagte Intensivmediziner Eugen Adelsmayr ist am Mittwoch nach Österreich zurückgekehrt.

Foto © APA

Nach sechs schlaflosen Stunden im Flugzeug ist es 6.07 Uhr früh, als Eugen Adelsmayr (52) den Konferenzraum am Flughafen Wien Schwechat betritt. Die Blitzlichter überraschen den Arzt. Erleichterung, Scheu und Vorfreude auf die Familie in Bad Ischl sind in seinen Augen zu sehen. 17 Tage will er zu Hause bleiben.

"Diese Aufmerksamkeit ist überwältigend, weil ich ja nichts Großartiges geleistet habe", sagt Adelsmayr leise ins Mikrofon. Der Mediziner wirkt müde. Und ernst: "Ich bin froh, dass ich draußen bin, bin aber trotzdem nicht in Jubelstimmung. Das Problem in Dubai ist ja nicht gelöst."

Noch 45 Minuten bleiben bis zum Anschlussflug nach Salzburg. Vor 21 Monaten war die Familie zuletzt vereint. "Ich freue mich sehr auf meine Frau, meine Söhne und unseren Hund. Ich will den Prozess so gut wie möglich vergessen, ungestört sein."

Damit konfrontiert, dass ihm die Todesstrafe droht, antwortet der Ischler, das sei "unangenehm". In früheren Telefonaten glaubte er nicht an einen Freispruch. Zu viel Unerwartetes sei ihm widerfahren, die Anklage aberwitzig und absurd. Die Monate nach der Anklage verstrichen ohne Besserung der Situation. Jetzt aber ist er überzeugt: "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Prozess positiv für mich ausgehen."

Dies sei auch einer der Gründe, warum er am 16. Oktober wieder in Dubai im Gerichtssaal sitzen will. "Außerdem ist es nicht sehr verlockend, bis ans Ende meiner Tage von Interpol als Mordverdächtiger gesucht zu werden." Es geht aber auch ums Prinzip.

Adelsmayr hat viele Freunde im Wüstenstaat, auch Einheimische. "Sie schämen sich für ihr Land. Der Glitzer und Prunk verschwindet nach so einer negativen Erfahrung. Es ist aber nicht alles schlecht, sonst wäre ich nicht sechs Jahre geblieben."

Sein Schicksal werde viel diskutiert. "Ich bin kein Einzelfall. Dass Mediziner ungerecht behandelt werden, passiert häufig." Flugtickets will er sich für jede Prozesspause kaufen. "Ich hoffe nur, dass nicht jedes Mal so ein Aufwand betrieben wird."

MANUELA KALTENREINER/OÖN

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