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Zuletzt aktualisiert: 27.09.2011 um 20:46 UhrKommentare

Rückkehr aus Dubai: "Die Hartnäckigkeit hat sich gelohnt"

Der in Dubai wegen Mordes angeklagte Eugen Adelsmayr wird am Mittwoch in Österreich erwartet. Er darf seine schwer kranke Frau besuchen. Der Arzt will aber weiter seine Unschuld beweisen und zum Prozess zurückkehren.

Der Arzt will um seine Rehabilitierung kämpfen

Foto © APADer Arzt will um seine Rehabilitierung kämpfen

Bei Gabriel Adelsmayr (25) in Bad Ischl läutete um 6 Uhr früh das Telefon. Vater Eugen rief aus Dubai an - mit guten Nachrichten. "Er hat gesagt, es schaut gut aus mit der Heimreise." Vier Stunden später kam die endgültige Bestätigung: Der in den Vereinigten Arabischen Emiraten wegen Mordes angeklagte Arzt wird schon Mittwoch früh wieder in Österreich sein.

Grund für die überraschende Heimkehr ist eine vorübergehende Ausreiseerlaubnis aufgrund der schwierigen humanitären Situation des Oberösterreichers. Seine Frau ist schwer erkrankt, wurde erst am Dienstag wieder ins Krankenhaus eingeliefert. "Einerseits freuen wir uns alle, andererseits ist es schwierig angesichts des gesundheitlichen Zustands meiner Mutter", sagt Sohn Gabriel. "Für uns ist es ein Etappensieg, wir wollten, dass er unsere Mutter sieht und das kann er jetzt. Sie ist von uns allen am aufgeregtesten."

Erschöpft, aber glücklich zeigte sich auch Eugen Adelsmayr. Von Euphorie ist der 50-Jährige aber noch weit entfernt. "Trotz Erleichterung besteht für mich kein Grund zur Freude, weil der Anlass ein trauriger ist. Ich bin erleichtert, dass ich zwei Wochen lang alles vergessen und den Kopf freimachen kann", sagte er im Gespräch mit den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Keine Auslieferung

Denn schon am 16. Oktober muss er wieder in Dubai sein, wenn der nächste Verhandlungstermin ansteht. Adelsmayr hatte immer wieder versichert, dass er seine Schuldlosigkeit beweisen will. Darauf vertrauen offenbar auch die Behörden in Dubai, denn eine Auslieferungsgarantie konnte Österreich aus rechtlichen Gründen nicht abgeben.

Dem ehemaligen Leiter der Intensivstation des Rashid Hospitals in Dubai wirft die Anklage vor, im Februar 2009 einen querschnittsgelähmten Patienten durch unterlassene Hilfeleistung und eine hohe Dosis Opiate getötet zu haben. Auch ein indischer Kollege ist angeklagt. Adelsmayr betont, dass er zum Zeitpunkt des Todes des Patienten schon seit 36 Stunden nicht mehr im Krankenhaus war.

Beim letzten Verhandlungstermin am Sonntag hatten ein Pfleger und eine Schwester zugunsten des Oberösterreichers ausgesagt. Der günstige Prozessverlauf, die familiäre Situation und zähe diplomatische Verhandlungen im Hintergrund führten schließlich zur Ausreiseerlaubnis. Vor allem das Engagement von Elisabeth Ellison-Kramer, Chefin der Rechtsabteilung im Außenministerium, trug Früchte. Sie begleitet den Mediziner auch auf dem Heimflug nach Wien. Adelsmayr: "Die Hartnäckigkeit hat sich gelohnt, die Last des Prozesses bleibt aber."

WILFRIED ROMBOLD, MANUELA KALTENREINER/ÖON

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