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Zuletzt aktualisiert: 26.09.2011 um 19:46 UhrKommentare

Anonymous hat Daten von 25.000 Polizisten veröffentlicht

Hackergruppe Anonymous hat am Montag über Internetportal Twitter Privatadressen von Polizisten öffentlich gemacht. 2500 Betroffene in Kärnten und Osttirol. Die Daten sollen von einem Verein stammen.

Foto © Twitter.com

Kurz vor ein Uhr früh ließ die als Hackergruppe bekannte Formation Anonymous Austria via Twitter eine Datenbombe platzen: In vier Tranchen wurden bis vier Uhr früh 24.938 Namen, Geburtsdaten und Privatadressen veröffentlicht. Von wem die Daten stammen, vermeldete die lose Internet-Aktivistengruppe in einer Rätselrallye, bis klar war, dass es sich um Privatadressen von Polizistinnen und Polizisten aus ganz Österreich handelt.

Darunter befinden sich auch acht von neun Landespolizeikommandanten. Die des Kärntner Polizeichefs Wolfgang Rauchegger und etlicher seiner Kollegen aus der Führungsebene sind dabei. Über 2000 der veröffentlichten Daten stammen von Kärntner Uniformierten, etwa 400 von Ordnungshütern in Osttirol.

"Unsere Ermittlungen laufen", sagte Sandra Jell, Sprecherin des Innenministeriums, Montagnachmittag. Man setze alles daran, die Daten aus dem Internet löschen zu lassen. "Prinzipiell ist durch die Veröffentlichung von keinem Gefahrenpotenzial auszugehen. Aber das ist natürlich eine grobe Verletzung des Datenschutzes", betont Jell. Deswegen habe man sofort Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.

Vereinsdaten

Dass die Daten gehackt wurden, bestritt die Gruppe Anonymous bald. Vielmehr seien der Gruppe die Daten "zugänglich gemacht" worden. Laut Innenministerium könnten die 25.000 Adressen von einem der Polizei nahestehendem Verein stammen. In dem Zusammenhang tauchte am Montag der Name der österreichischen Sektion der International Police Association - kurz IPA - auf. Die Aktualität der Daten ist unklar, zumal sich laut Insidern auch Verstorbene unter den veröffentlichten Namen befinden sollen.

Polizei-Personalvertreter warnen vor einem Datenleck und sprechen von einem Gefährdungspotenzial für die Betroffenen. Für Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger ist klar: "Da wurde unverantwortlich und grob fahrlässig gehandelt. Extrem geschützte Persönlichkeitsdaten öffentlich zu machen ist ein Wahnsinn."

Als Motiv für die Veröffentlichung der Privatadressen von Polizistinnen und Polizisten hat die Gruppe Anonymous die Vorratsdatenspeicherung, die im April nächsten Jahres in Kraft treten soll, genannt. Diese sieht vor, dass sämtliche Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate lang gespeichert bleiben sollen.

RAINER BRINSKELLE, PETER KIMESWENGER

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