Daten von 25.000 Polizisten veröffentlicht
Die Hackergruppe Anonymous Austria hat gestern über das Internetportal Twitter 25.000 Privatadressen österreichischer Polizisten veröffentlicht. Die Daten sollen von einem Verein stammen.

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Kurz vor ein Uhr früh ließ die als Hackergruppe bekannte Formation Anonymous Austria via Twitter eine Datenbombe platzen: In vier Tranchen wurden bis vier Uhr früh 24.938 Namen, Geburtsdaten und Privatadressen veröffentlicht. Von wem die Daten stammen, vermeldete die lose Internetaktivistengruppe in einer Rätselrallye, bis klar war, dass es sich um Privatadressen von Polizistinnen und Polizisten aus ganz Österreich handelt.
Darunter befinden sich auch acht von neun Landespolizeikommandanten, darunter die gesamte Führung des steirischen Landespolizeikommandos, sowie zwölf von 17 steirischen Bezirkspolizeikommandanten. Rund 3000 Daten stammen von steirischen Uniformierten, 2400 von Polizeibeamten aus Kärnten.
"Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", erklärte Sonja Jell, Sprecherin des Innenministeriums, gestern Nachmittag. Man setze alles daran, die Daten aus dem Internet löschen zu lassen. "Prinzipiell ist durch die Veröffentlichung von keinem Gefahrenpotenzial auszugehen. Aber das ist natürlich eine grobe Verletzung des Datenschutzes", betont Jell. Deswegen habe man sofort Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.
Vereinsdaten
Dass die Daten gehackt wurden, bestritt die Gruppe Anonymous bald. Vielmehr seien der Gruppe die Daten "zugänglich gemacht" worden. Laut Innenministerium könnten die 25.000 Adressen von einem der Polizei nahestehenden Verein stammen. In dem Zusammenhang tauchte gestern der Name der österreichischen Sektion der International Police Association - kurz IPA - auf. Die Aktualität der Daten ist unklar, unter den Namen sollen sich auch Verstorbene befinden.
Josef Resch, FSG-Vorsitzender der Polizei Steiermark, warnt vor einem Datenleck: "Derzeit ist nicht verifizierbar, woher die Daten stammen. Der Umfang des Materials lässt für mich eher eine offizielle Quelle des Bundesministeriums für Inneres vermuten." Der Fraktionsvorsitzender der FCG Steiermark, Eduard Tschernko, dessen Adresse wie jene von Resch veröffentlicht worden ist, warnt vor der Gefahr: "Es ist schon früher zu Drohungen gegen Polizisten und ihre Familien gekommen."
Als Motiv für die Veröffentlichung der Adressen hat die Gruppe Anonymous die Vorratsdatenspeicherung, die im April nächsten Jahres in Kraft treten soll, genannt. Diese sieht vor, dass alle Telefon- und Internetverbindungsdaten sechs Monate lang gespeichert bleiben sollen.











