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Zuletzt aktualisiert: 18.09.2011 um 20:38 UhrKommentare

Eine schwierige Mission des Papstes

Wenn Benedikt seine Heimat Deutschland besucht, werden ihm Hunderttausende zujubeln. Diesmal wird es aber auch starken Protest geben.

Foto © APA

Die Freude über den Besuch des Papstes in Berlin ist groß - jedenfalls bei den 8000 Schülern an den katholischen Schulen der Stadt. Sie haben am Donnerstag frei, um Benedikt XVI. auf seinen Wegen durch die Stadt, spätestens aber am Abend im Berliner Olympiastadion erleben und feiern zu können. 70.000 Menschen werden zu dieser Messe erwartet.

Doch in der deutschen Hauptstadt, in der mehr Moslems als Katholiken leben, ist der Heilige Vater nicht bei allen willkommen. Dutzende Initiativen haben sich zu einem Bündnis zusammengeschlossen, das eine Großdemonstration und andere kleinere Aktionen gegen "menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik" des Papstes plant. Aber nicht nur im Volk rumort es, auch etwa 100 Volksvertreter wollen gegen den Papst demonstrieren, wenn er vor der Messe im Olympiastadion eine Rede im Deutschen Bundestag hält.

Boykott im Parlament

Abgeordnete der Linken, der Grünen und auch der SPD wollen den Papstauftritt boykottieren. Sie halten die Rede im Parlament für unvereinbar mit der religiösen Neutralität des Staates. Doch Benedikt hält diese Rede nicht als Kirchen-, sondern als Staatsoberhaupt. Nach pastoralen Aufenthalten 2005 zum Weltjugendtag in Köln und 2006 beim Heimatbesuch in Bayern ist es sein erster offizieller Staatsbesuch in Deutschland. Von Donnerstag bis Sonntag ist er in Berlin, Thüringen und Freiburg zu Gast.

Dabei stehen neben den politischen Treffen mit Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Angela Merkel, Thüringens Ministerpräsidentin Christine Liebknecht, deutschen Verfassungsrichtern und auch Altkanzler Helmut Kohl Gespräche mit Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften im Blickpunkt. In Berlin wird sich der Papst mit Vertretern der jüdischen Gemeinde und des Islam austauschen, in Freiburg mit dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Augoustinos Labardakis.

Während sein Auftritt am Samstagnachmittag und Sonntag in Baden-Württemberg ein katholisches Heimspiel wird, dürfte der Zwischenstopp in Erfurt am Freitag und Samstagvormittag theologisch am heikelsten werden. Christen sind in Thüringen wie in der gesamten ehemaligen DDR in der Minderheit, Katholiken in diesem einstigen Zentrum der Reformation umso mehr. Daher trifft sich der Papst in Erfurt auch mit den Spitzen der evangelischen Kirche - im Augustinerkloster, wo einst Martin Luther als Mönch wohnte. Benedikt selbst bezeichnete das Treffen im "Wort zum Sonntag" in der ARD als einen Höhepunkt der Reise.

Ein Punkt steht nicht im Programm, er soll jenseits jeder Öffentlichkeit stattfinden. Der Papst will auch Missbrauchsopfer treffen. Bei dem Treffen sollen auch Menschen dabei sein, die sich besonders für Missbrauchsopfer eingesetzt haben.

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