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    Zuletzt aktualisiert: 15.09.2011 um 18:46 UhrKommentare

    Protestaktion: "Nehmt uns nicht auf die Schaufel!"

    Am Donnerstag wurde vor der Kelag in Villach St. Magdalen eine große Protestaktion von drei Bürgerinitiativen abgehalten. Forderung nach Mitentscheidungsrecht und ehrliche Diskussion über Erdverkabelung.

    Mitglieder von drei Bürgerinitiativen versammelten sich vor dem Kelag-Gebäude in St. Magdalen zum Protest

    Foto © KLZ/SantnerMitglieder von drei Bürgerinitiativen versammelten sich vor dem Kelag-Gebäude in St. Magdalen zum Protest

    Sie seien nicht so ohnmächtig, wie manche behaupten "und wir lassen uns schon gar nicht auf die Schaufel nehmen". Dies demonstrierten am Donnerstag eindrucksvoll Mitglieder von drei Bürgerinitiativen (BI), die massiv gegen den Bau einer 110 kV-Freileitung von Fürnitz nach Lands- kron auftreten. Mit zehn Traktoren, einem Schaufelbagger, 16 Autos und zwei Fahrrädern fuhren sie auf - ordentlich angemeldet und von der Polizei genehmigt - und parkten genau auf der Straße vor dem Kelag-Gebäude in St. Magdalen. Auf ihrem Protestzug von Maria Gail ausgehend, verursachten sie obendrein noch einen längeren Stau.

    "Wer Freileitungen sät, wird Protest ernten", gaben sich etwa Irene Kreschischnig, Brigitte Popotnik und Daniel Zollner kämpferisch. "Wir glauben nach wie vor, dass diese Leitungen nur die Vorhut sind und wir später eine 380 kV-Stromautobahn zugunsten halb Europas bekommen", lautete der Tenor. Eine Sauerei wäre es, wie die Kelag mit Bürgern umgeht, "wie im Ostblock, es wird einfach drübergefahren!" Untermauert wurde die Forderung nach einer Erdverkabelung. "Wir haben einen Bagger mit und könnten beim Graben der ersten Meter helfen", feixte Gerhard Melcher von der BI Maria Gail.

    Störungsanfällige Erdkabel

    Der protestierenden Menschenmenge stellten sich acht Mitarbeiter der Kelag, darunter auch Prokurist der Kelag Netz GmbH Josef Polster, der mit dem Projekt Umspannwerk betraut ist. "Wir bauen Anlagen stets im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, die Behörde entscheidet und wickelt das Verfahren ab", stellte er fest. Polster, der die Diskussion lieber im ruhigeren Rahmen innerhalb des Geländes geführt hätte, betonte außerdem, dass es immer schon Gespräche mit den Bürgern gegeben hätte. "Wir haben das Projekt zum Teil auch angepasst, bereits von 80 Prozent der Grundstückseigner das Okay und Vorverträge!" Auch die Erdverkabelung habe man geprüft. "Sie ist störungsanfällig, es wäre mit gravierenden technischen Schwierigkeiten zu rechnen!" Einem Gesprächstermin mit den Bürgerinitiativen sagte er zu.

    DANJA SANTNER

    Der Protest

    Bürgerinitiativen. Am Protest waren die Bürgerinitiativen "110 kV - nein, danke" Maria Gail und Umgebung, die "Allianz der Orte St. Job-Susalitsch- Sigmontitsch" und "Flurweg Fürnitz - Mastenwald" beteiligt.

    Fuhrpark. Zehn Traktoren, 16 Autos, ein Schaufelbagger, zwei Fahrräder wurden aufgefahren.

    Forderungen. Ein Stopp der Lebensraumzerstörung und der Stromautobahn, kein Umspannwerk für die angedachte 380-kV-Leitung. Erdverkabelung.

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