Jetzt wird Racheakt befürchtet
17-Jähriger wollte offensichtlich Schwester verteidigen - und stach zu. Nach der Bluttat in einer türkischstämmigen Großfamilie Montagabend in Bischofshofen geht bei den Angehörigen des mutmaßlichen Täters die Angst um.

Foto © Erwin Scheriau
Verwandte der beiden Opfer sollen bereits über Rache nachdenken. Die Polizei kennt diese Gerüchte - einen konkreten Hinweis habe man bisher aber nicht, so die Ermittler. Es sei schwierig, aus dem Umfeld von Opfern und Täter Informationen zu bekommen.
Wie gestern berichtet hatte ein gebürtiger Türke (17) in Bischofshofen seinen Großonkel getötet und seinen Onkel schwer verletzt. Beide Opfer wiesen zahlreiche Messerstiche auf. Der Tatverdächtige beteuert, in Notwehr zugestochen zu haben. Doch Zeugen wollen von einem Angriff auf den 17-Jährigen nichts gesehen haben. "Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren", sagt Oberst Albert Stuber, Chef des Landeskriminalamtes. "Wir müssen noch weitere Auskunftspersonen befragen, um Klarheit zu bekommen."
Der Hintergrund für die Bluttat könnte ein Familienstreit um eine geplante Heirat gewesen sein. Angeblich war die Schwester des 17-Jährigen mit ihrem Cousin - dem Sohn des schwer verletzten Opfers - liiert. Die junge Frau hingegen wollte die Beziehung lösen. Die Angehörigen des "Bräutigams" waren aber nicht bereit, eine Trennung zu akzeptieren. Es soll Drohungen gegeben haben.
Die Familienfehde endete Montagabend mit einer Bluttat. Mit einem Messer und einem Spurstangenkopf bewaffnet, erwartete der 17-Jährige die Angehörigen des Cousins auf einem Firmenareal - und stach zu. Die Polizei schließt nicht aus, dass er aufgrund seines Alters und der damit verbundenen geringeren Strafe von seiner Familie vorgeschoben wurde.











