Ironman siegt gegen Ironman vor Gericht
Kärntner Sportler bekommt von Ironman-Veranstalter fast 17.000 Euro Entschädigung, weil sein Rennrad gestohlen wurde. Weitere Klagen könnten folgen.

Foto © Eggenberger
Triathlet Günther Mirnig hat gewonnen. Diesmal allerdings nicht im Wettkampf, sondern vor Gericht. Der Sportler klagte den Ironman-Veranstalter "Triangle" und bekam nun auch vom Obersten Gerichtshof (OGH) recht. "Die Veranstalter müssen ihm Schadensersatz zahlen, weil ihm beim Kärnten-Ironman 2009 das Fahrrad samt Zusatzausrüstung gestohlen wurde", erklärt Mirnigs Anwalt Herwig Hasslacher. Samt Zinsen und Prozesskosten bekommt Mirnig nun 16.688 Euro. "Diese höchstrichterliche Entscheidung ist richtungsweisend für alle ähnlichen Großveranstaltungen", meint Hasslacher.
Kameras waren nur Attrappe
Mirnigs Rad wurde aus der Wechselzone gestohlen: Dort lassen die Sportler ihr Fahrrad stehen, bevor sie auf der Laufstrecke loslegen. Hasslacher: "Den Teilnehmern wurde gesagt, dass die Räder in der Wechselzone sicher verwahrt sind. Sogar Videoüberwachung wurde angekündigt. Darauf vertrauten die Sportler." Doch die Videokameras stellten sich als Attrappe heraus.
Schon in den ersten zwei Instanzen war deshalb von grober Fahrlässigkeit die Rede. Weil es diesbezüglich aber noch keine eindeutige Rechtsprechung gab, wandten sich die Veranstalter an den OGH. "Die Höchstrichter haben die Revision nun zurückgewiesen und bestätigt, dass die Sicherungspflicht grob fahrlässig verletzt wurde", so Hasslacher. "Der Veranstalter hat 2000 Räder im Wert von acht bis zehn Millionen Euro zu bewachen. Darauf müssen sich die Teilnehmer verlassen können." Da 2009 mehrere Räder gestohlen wurden, könnte das aktuelle Urteil nun Grundlage für weitere Klagen sein.
Alles besser
Der Ironman-Veranstalter reagiert mit sportlicher Fairness. "Wir nehmen das OGH-Urteil natürlich zur Kenntnis," sagt Sprecherin Angela Pribernig.
Triangle hat aus den Fehlern von 2009 offenbar gelernt. "2010 und 2011 gab es keinen einzigen Diebstahl", sagt Pribernig. Denn mittlerweile wurden (richtige) Videokameras installiert. Zudem passen Wachleute mit Hunden auf die 2400 Räder auf. "Jetzt ist alles zu 150 Prozent sicher."











