Kuh "Yvonne" hat noch zu viel Adrenalin für Weide
Neun Tage sind nach der Einfangaktion bereits vergangen, doch Medienstar "Yvonne" muss immer noch im Stall des bayerischen Gnadenhofes von Gut Aiderbichl in Deggendorf bleiben.

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"Es wird noch ein paar Tage dauern, bis sie das erste Mal auf die Weide darf. Sie ist noch in der Entwilderungsphase, weil sie noch viel Adrenalin im Körper hat", schilderte Aiderbichl-Sprecherin Britta Freitag der APA.
Die Eigenwilligkeit und Körperkraft der Kuh ist beeindruckend. Die Angst ihrer Betreuer, sie könnte erneut ausbrechen oder Weidegenossen gefährden, ist nicht zur Gänze gebannt. Zudem muss noch eine Wunde an der Hornhaut des - in früheren Zeiten - abgebrochenen, linken Hornes abheilen, die bei der Ankunft in Deggendorf geblutet hat.
Das österreichische Fleckvieh war am 24. Mai einem Bauern in Bayern entlaufen, entkam so dem Schlachthof und lebte knapp 100 Tage in einem Wald im Landkreis Mühldorf. Gut Aiderbichl kaufte die Kuh, um ihr Leben zu retten und ihr eine neue Heimat zu geben. Alle Fangversuche scheiterten vorerst. Anfang September wurde das Hausrind dem wilden Leben überdrüssig. Es trabte auf eine Weide und gesellte sich zu vier Kälbern. Das Verladen in einen Hänger verlief nicht widerstandslos. Betäubungsexperte Henning Wiesner verglich "Yvonne" mit einem "toro bravo", wie in Spanien die Kampfstiere heißen.
Seit 2. September haust "Yvonne" in einer großen Box im Stall in Deggendorf und bekommt dreimal täglich frisches Gras. Wegen der ärztlichen Versorgung der Wunde wurde die Kuh vorübergehend von ihrem zweieinhalbjährigen Sohn "Friesi" getrennt, sie kann aber über eine niedrige Holzwand tierischen Kontakt aufnehmen und ihn beschnuppern. Mitte der kommenden Woche könnte es endlich so weit sein, dass die Kuh auf der Wiese zusammen mit ihrer Schwester Waltraut samt Stierkalb Waldi und anderen Rindern grasen darf.











