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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2011 um 21:05 UhrKommentare

Ist der "Engel mit den Eisaugen" bald frei?

Weil DNA-Experten unsauber gearbeitet haben, könnten Amanda Knox und ihr Freund, die in Italien wegen Mordes zu 26 bzw. 25 Jahren Haft verurteilt wurden, bald in Freiheit sein.

Amanda Knox, oft als "Engel mit Eisaugen" bezeichnet

Foto © APAmanda Knox, oft als "Engel mit Eisaugen" bezeichnet

Die Angeklagten in einem der spektakulärsten italienischen Mordprozesse der vergangenen Jahre tauschten bei der Wiederaufnahme des Berufungsverfahrens nur ein kurzes Lächeln. Wenig später lieferten sich DNA-Experten im Gerichtssaal von Perugia einen mitunter von starker Emotionalität geprägten Schlagabtausch.

Amanda Knox und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito hoffen, dass ihre hohen Haftstrafen wegen des Mordes an der britischen Studentin Meredith Kercher von 2007 deswegen aufgehoben werden. Denn ihre Verurteilungen waren aufgrund von DNA-Spuren zustande gekommen. Nun geht es darum, ob der Umgang mit diesen sauber oder schlampig war. Die Biologin der italienischen Spurensicherung schloss eine Verunreinigung der Proben kategorisch aus. Eine vom Gericht beauftragte Expertenkommission war hingegen auf schmutzige Handschuhe gestoßen, mit denen die Proben in Kontakt gekommen waren.

Der entscheidende Test sei an einer zu geringen Menge Probematerial durchgeführt worden und daher nicht wiederholbar, bemängelte die Expertenkommission. Die Ergebnisse anderer Proben könnten wiederum unterschiedlichen Profilen zugeordnet werden. "Ich könnte auch die Täterin gewesen sein, denn neun Elemente stimmen mit meiner DNA überein", meinte die Biologin Carla Vecchiotti mit einem ironischen Unterton vor Gericht. Ihre Gegenspielerin Patrizia Stefanoni wies die Ausführungen zurück. Mit neuen Testmethoden könne selbst die Untersuchung an geringsten Mengen von Gewebeproben wiederholt werden.

Die Mitbewohnerin des Opfers, die amerikanische Studentin Knox und ihr damaliger Freund Sollecito waren in erster Instanz zu 26 und 25 Jahren Haft verurteilt worden. Als mutmaßliche Tatwaffe hatten die Ermittler ein Messer in Sollecitos Küche identifiziert. Seine damalige Freundin Amanda Knox will es dort am Tag vor der Tat benutzt haben. Die Tatsache, dass sie am Griff Spuren hinterließ, sich an der Klinge jedoch Reste einer anderen DNA fanden, überzeugte die Richter von ihrer Schuld. Das Urteil wird zum Monatsende erwartet.

BETTINA GABBE, ROM

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