Ende Juni geflüchteter U-Häftling stellte sich
Der 31-Jährige Nikola B., dem Ende Juni auf dreiste Art die Flucht aus der Justizanstalt Wien-Josefstadt geglückt war, ist wieder in Händen der Behörden. Wie sein Anwalt Werner Tomanek eine Vorabmeldung der Gratiszeitung "Heute" bestätigte, hat sich der Mann am Dienstagvormittag bei der Polizei gestellt. Geflüchtet war er mit den Papieren eines freizulassenden Zellengenossen.
Der gebürtige Serbe hatte einfach die Papiere des um zwölf Jahre älteren Zellengenossen, der auf freien Fuß gesetzt hätte werden sollen, an sich genommen. Tomanek war mit B., den er vor Gericht vertrat, über dessen Ehefrau in Kontakt gewesen, wie er zur APA sagte. "Er dürfte im Ausland gewesen sein", sagte der Strafverteidiger. Seit etwa zehn Tagen sei klar gewesen, dass der des Einbruchs Verdächtige zurückkehren wollte.
Am Dienstag stellte er sich in Begleitung des Anwalts und eines "Heute"-Reporters der Polizei, konkret der Außenstelle Mitte des Landeskriminalamts. In der Justizanstalt wusste man zu Mittag noch nichts von der Rückkehr des U-Häftlings, ebenso wenig bei der Staatsanwaltschaft. Laut Tomanek sollte er am Nachmittag überstellt werden.
Nikola B. soll mit zwei Mittätern zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 im Raum Wien sowie im Raum Innsbruck 32 Wohnungseinbrüche verübt haben, wobei sich die Bande auf Einfamilien- und Reihenhäuser konzentriert hatte. Die Beute soll insgesamt 97.000 Euro ausgemacht haben.
Die Komplizen des 31-Jährigen wurden in seiner Abwesenheit wegen gewerbsmäßigen schweren Einbruchsdiebstahls zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Ein 39-jähriger, mehrfach vorbestrafter Serbe erhielt viereinhalb Jahre, ein bisher nicht einschlägig vorbelasteter 35 Jahre alter serbischer Staatsbürger drei Jahre unbedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Seine Ehefrau wurde nach fünfeinhalb Monaten U-Haft freigesprochen.










