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    Zuletzt aktualisiert: 31.08.2011 um 12:00 UhrKommentare

    Rechnungshof kritisiert Umgang mit Blutkonserven

    Foto © APA

    Die Blutversorgung in Österreich leckt: Im AKH-Wien und am LKH-Universitätsklinikum Graz werden noch immer Blutkonserven ungenutzt entsorgt oder verschwinden überhaupt gleich. Dies führte laut einem Bericht des Rechnungshofes, der die beiden Spitäler genau unter die Lupe nahm, bei den beiden Krankenanstalten im Jahr 2009 zu Kosten von rund 892.000 Euro, die teilweise vermeidbar gewesen wären.

    Der Blutverbrauch ist in Österreich seit den 1990er Jahren deutlich zurückgegangen. In Graz konnte um 19 Prozent reduziert werden, im AKH gleich um 80 Prozent. Die Anstalten kauften 2009 verschiedene Produkte: Das AKH bezog hauptsächlich fertige Blutpräparate, während man in der Steiermark Vollblutkonserven ankaufte, aus denen die benötigten Produkte selbst hergestellt worden sind.

    Im AKH erfolgte die Lieferung durch eine private gemeinnützige Organisation. Die Bestellungen wurden täglich telefonisch durchgeführt, schriftliche Verträge lagen nicht vor. Der Preis für eine Blutkonserve stieg zwischen 2002 und 2009 um 13,3 Prozent von 112,6 Euro auf 127,6 Euro.

    Auch in Graz wurde die Liefervereinbarung mit der gemeinnützigen Organisation geregelt. Eine beabsichtigte Aufteilung auf mehrere Anbieter war nicht durchsetzbar, weil eine Vollversorgung nicht garantiert werden konnte. Der Preis einer Vollblutkonserve stieg von 16,72 Euro (2002) auf 44,23 Euro (2009) - was einem Plus von satten 165 Prozent entsprach.

    Blutkonserven gelangen manchmal gar nicht bis zum Patienten. Im AKH wurden laut dem Bericht 2009 rund 3.000 Konserven (9,2 Prozent) und am LKH-Universitätsklinikum Graz 1.500 Stück (sieben Prozent) verworfen. Die höhere Rate im AKH lag darin, dass das Spital über kein Temperaturüberwachungssystem auf den Blutkonserven verfügte und nicht sichergestellt war, ob sie korrekt gelagert worden waren.

    Manche Konserven sind überhaupt verschwunden. In Graz waren 2009 gleich neun Prozent einfach weg, am AKH waren es unter zwei Prozent. Dies stellt dem Rechnungshof zufolge ein "vermeidbares Kostenpotenzial" dar.

    Der Verbrauch von Blutkonserven konnte in den vergangenen Jahren zwar gesenkt werden, Österreich liegt aber dennoch im europäischen Spitzenfeld. Aufgrund des steigenden Anteils der älteren Bevölkerung und einem gleichzeitigen Rückgang der potenziellen Spender ist für die längerfristige Versorgung ein optimaler Einsatz dieser Ressource unabdingbar, so der Rechnungshof.

    Quelle: APA

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