18-jährige Steirerin mit acht Messerstichen getötet
Weil sie sich von ihrem Freund trennen wollte, musste die 18-jährige Claudia L. sterben. Die Steirerin wurde von ihrem 21-jährigen Kärntner Freund in der Wiener Wohnung erstochen.

Foto © APADer Tatort in Wien-Margareten
Dienstagabend hatte Claudia L. aus Baierdorf (Gemeinde Schöder) noch mit ihrer Mutter telefoniert, ihr von den Beziehungsproblemen mit dem 21-jährigen Jusstudenten Tobias W. aus St. Veit an der Glan erzählt. Wenige Stunden später war die junge Kellnerin tot - getötet durch zahlreiche Messerstiche, die ihr der Freund mit einem Küchenmesser zugefügt hatte.
Gegen ein Uhr ging in der Nacht auf Mittwoch bei der Wiener Polizei ein Notruf ein. Der Anrufer war Tobias W. "Ich habe meine Freundin erstochen", teilte der Kärntner dem Beamten in der Zentrale mit. An der Ecke Siebenbrunnengasse/Reinprechtsdorferstraße in Wien-Margarethen wartete der 21-Jährige auf das Eintreffen der Streife. "Sie können mich gleich festnehmen", rief er den Polizisten zu, als sie aus dem Streifenwagen stiegen und auf den Studenten zugingen.
Geständnis
"Er wirkte gelassen", so Polizeisprecher Mario Hejl. Der Kärntner führte die Uniformierten ins Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung, die sich im dritten Stock des Hauses Spengergasse 31 befindet. Dort lag Claudia L. auf dem Fußboden, blutüberströmt. Die Leiche wies acht Stiche im Oberkörper auf. Laut Gerichtsmediziner war das Opfer sofort tot gewesen. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde sichergestellt.
Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen und den Mordermittlern übergeben. Er habe im Affekt gehandelt, beteuerte er beim Verhör immer wieder.
Claudia L. hatte bis vor Kurzem in einem Hotel auf der Turracher Höhe als Kellnerin gearbeitet und war erst im Frühling nach Wien gezogen. Dort bezog sie mit Tobias W., der Rechtswissenschaften studiert, eine Wohnung im fünften Gemeindebezirk. Kennengelernt hatten sich die beiden schon im Herbst 2009. Doch jetzt wollte die Steirerin die Beziehung mit ihrem Kärntner Freund lösen. Deshalb sei es, so der Beschuldigte, in der Nacht auf Mittwoch im Schlafzimmer zu einem Streit gekommen. Im Zuge der Auseinandersetzung habe er ein Küchenmesser geholt und zugestochen. Eine Tötungsabsicht bestreitet er jedoch entschieden.
Ob diese Angaben des Beschuldigten mit dem Tatablauf übereinstimmen, war am Mittwoch noch Gegenstand der Untersuchungen. Tobias W. wurde am Nachmittag in die Wiener Justizanstalt überstellt.
Debüt beim Opernball
Noch im heurigen Fasching war die Welt für Claudia L. eine andere gewesen, durfte sie doch als Debütantin den Wiener Opernball eröffnen. Mit einem Tanzpartner aus Murau hatte sie sich im September vorigen Jahres beim Wiener Ballkomitee erfolgreich beworben, das charmante Paar hatte die Jury vor allem beim Linkswalzer überzeugt.
Geschockt waren natürlich die Eltern von Claudia L., als ihnen zwei Polizisten in Begleitung von Mitarbeitern des steirischen Kriseninterventionsteams (KIT) und eines Arztes die Todesnachricht überbrachten. Beide mussten ärztliche und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.














