Familie lebte in völlig verwahrlostem Haus
Erschütternder Fall von Verwahrlosung in Klagenfurt: Eine dreiköpfige Familie lebte in so untragbaren hygienischen Umständen, dass eine Haussanierung notwendig wurde. In einer Sonderaktion wurde das Haus geputzt und renoviert.
Quelle © messie.jpg | Foto: Kleine.tv Wie entsteht Messie-Syndrom oder Verwahrlosung?
Mit einer beispielhaften Sonderaktion hat die Hauskrankenhilfe Klagenfurt dazu beigetragen, dass eine dreiköpfige Familie in der Landeshauptstadt nicht auseinandergerissen wird und in Pflegeeinrichtungen untergebracht werden muss, sondern in ihrem Eigenheim bleiben kann.
Überfordert
Schon längere Zeit waren ein älteres Ehepaar und deren erwachsene Tochter mit der Bewältigung des Alltags völlig überfordert und entwickelten ein "Messie-Syndrom". Damit werden Defizite, Alltagsaufgaben zu organisieren, bezeichnet. Ursachen waren einerseits körperliche, andererseits psychische Beeinträchtigungen. Kochen, waschen, putzen: Selbstverständlichkeiten des Lebens konnten nicht mehr bewältigt werden. "Die Familie bewohnte den ersten Stock. Aber Toilette und Bad lagen im Erdgeschoss, das die Menschen nicht mehr erreichen konnten", schildert Karin Sibitz, Pflegedienstleiterin der Hauskrankenhilfe, die Situation. Die Körperpflege wurde grob vernachlässigt, ein Zimmer im ersten Stock wurde sogar zum Abstellen von Kübeln mit Exkrementen und verschmutzter Wäsche benutzt. Die Böden waren mit Kot und Urin überzogen, das Haus war teilweise von Schimmel befallen. "Schließlich wandte sich die Familie im Frühjahr an die Hauskrankenhilfe", sagt Sibitz.
Hilfsaktion
Den Mitarbeitern gelang es, eine breite Vertrauensbasis aufzubauen und ein umfassendes Hilfsangebot zu starten. Man entrümpelte, putzte, verlegte Böden, malte Zimmer aus, sanierte die Räumlichkeiten. Ehepaar und Tochter übersiedelten ins Parterre, wo sich auch die sanitären Anlagen befinden. Darüber hinaus wird die Familie täglich betreut. "Wir helfen bei der Haushaltsführung, beim Einkauf, bei der Körperpflege", sagt Sibitz. Dazu kommen ärztliche Betreuung und "Essen auf Rädern". Die Versorgung ist also gewährleistet. Gestern überzeugten sich die Amtsärztin und eine Sozialarbeiterin von der Verbesserung.
Mit "Messie-Situationen" ist die Hauskrankenhilfe immer wieder konfrontiert, aber - so Sibitz - "es steht nicht auf der Tagesordnung".











