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Zuletzt aktualisiert: 27.08.2011 um 22:08 Uhr

370.000 New Yorker müssen flüchten

"Das ist kein Scherz, Ihr Leben könnte in Gefahr sein": Mit diesen Worten ruft New Yorks Bürgermeister Bloomberg über 370.000 Bürger seiner Stadt zur Evakuierung auf. In North Carolina sind bereits Hunderttausende ohne Strom.

Der Sturm traf am Samstag auf North Carolina

Foto © ReutersDer Sturm traf am Samstag auf North Carolina

Wegen des nahenden Monstersturms "Irene" haben mehr als 370.000 New Yorker einen Evakuierungsbefehl erhalten. "Das ist kein Scherz, Ihr Leben könnte in Gefahr sein", warnte Bürgermeister Michael Bloomberg am Samstag vor dem Eintreffen des Hurrikans. Die Bewohner der von Überschwemmungen gefährdeten Stadtteile forderte er auf, die Anweisungen zu befolgen und ihre Häuser "sofort" zu verlassen.

"Die Zeit zu gehen ist jetzt gekommen", sagte Bloomberg. Sonst werde es "zu spät" sein. "Wir fordern alle Menschen im Evakuierungsgebiet auf, nicht zu warten, bis es orkanartige Böen und Schlagregen gibt und die öffentlichen Verkehrsmittel ihren Betrieb einstellen." 7.000 Patienten aus Krankenhäusern und Pflegeheimen seien bereits in Sicherheit gebracht worden, sagte Bloomberg. Zugleich warnte er, dass möglicherweise der Strom im südlichen Manhattan ausfallen und es dort Überschwemmungen geben könnte.

Der Hurrikan hatte sich zuvor leicht abgeschwächt, als er auf die Küste des US-Bundesstaats North Carolina traf. "Dies wird ein wirklich starker Sturm, egal wie sehr er sich abschwächt", sagte Bloomberg. Für die Menschen in der Millionenmetropole New York sei er "lebensbedrohlich". Der Hurrikan sollte am späten Samstagabend oder frühen Sonntagmorgen auf die größte Stadt der USA treffen.

"Irene" traf in North Carolina ein

Der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern habe "schlimme Schäden" an Stromleitungen und an der Wasserversorgung angerichtet, sagte Gouverneurin Beverly Perdue am Samstag dem US-Sender CNN.

Bisher sei ihr ein Todesfall durch den Wirbelsturm bekannt. Ihren Angaben zufolge ist der gesamte Osten des Bundesstaates von dem Sturm betroffen. Dem Sender ABC zufolge wurden in den USA mehr als 24.000 Flüge gestrichen.

Der Hurrikan war am Samstagnachmittag (MESZ) nahe Cape Lookout in North Carolina auf Land getroffen. Bereits in den Stunden zuvor war der Bundesstaat von massiven Regengüssen heimgesucht worden. Sturmböen peitschen das Meer auf. Vielerorts wurden Straßen überflutet, tausende Menschen suchten Schutz in Notunterkünften. Meteorologen zufolge sollte "Irene" am Samstag entlang der Atlantikküste nach Norden weiterziehen und auch die Hauptstadt Washington streifen. Am Sonntag wird der Sturm in New York erwartet.

Keine Entwarnung

Das Hurrikanzentrum stufte "Irene" von Kategorie 2 auf 1 herunter. Entwarnung gab es aber nicht: Das gesamte Sturmgebiet, das nach Angaben des US-Senders CNN etwa so groß wie Europa ist, bleibe extrem gefährlich, warnten die Experten.

Es sei eine Flutwelle zu befürchten, die in Küstengegenden Strände wegschwemmen und Häuser, Geschäfte sowie andere Infrastrukturen beschädigen könne, warnte der Direktor des Hurrikanzentrums, Bill Read. "Außerdem wird es große, zerstörerische und lebensgefährliche Wellen geben."

Obama: "Vorraussichtlich historischer Hurrikan"

US-Präsident Barack Obama und seine Familie brachen ihren Sommerurlaub auf der Prominenteninsel Martha's Vineyard (US-Staat Massachusetts) ab. Obama sprach von einem voraussichtlich "historischen Hurrikan". "Irene" werde wahrscheinlich "extrem gefährlich und kostspielig", sagte der Präsident weiter.

Die Behörden warnten vor großflächigen Stromausfällen und Überschwemmungen entlang der Atlantikküste. In beliebten Badeorten wurden die Gäste aufgefordert, sich unverzüglich in Sicherheit zu bringen. Strandpromenaden waren verwaist. Restaurantbesitzer klagten kurz vor Ende der Sommersaison über massive Einnahmeausfälle.

Laut CNN sagten US-Fluggesellschaften für die nächsten Tage tausende Flüge ab. Die AUA sagte ihren Samstagsflug nach New York ab. Ob auch der Sonntagflug ausfällt, war zunächst noch offen. Auch die Lufthansa zog Konsequenzen: Sie sagte für Samstag alle Flüge nach New York ab, für Sonntag alle nach New York, Philadelphia und Boston. "Es kann aber zu weiteren kurzfristigen Streichungen kommen", sagte Sprecher Boris Ogursky.

In der 15-Millionen-Metropole New York begann bereits die Evakuierung von Kliníken und Altersheimen in gefährdeten Straßenzügen. Im Laufe des Samstags sollte in New York der öffentliche Nahverkehr eingestellt werden, weil eine Überflutung der U-Bahn-Schächte und Tunnel befürchtet wird. Außer den U-Bahnen und Bussen der Stadt sind auch die Nahverkehrszüge nach Long Island und in den Norden der Stadt betroffen. Konzerte und Broadway-Musical wurden abgesagt. In Washington wurde zudem die Einweihung eines Denkmals für den schwarzen Bürgerrechtler Martin Luther King verschoben. Die US Open der Tennisprofis sollten wie geplant am Montag in New York beginnen.

Quelle: APA

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