Natascha Kampusch gelang vor fünf Jahren die Flucht
Am heutigen Dienstag jährt sich der Tag, an dem die heute 23-Jährige abgemagert im Garten einer Niederösterreicherin in Strasshof auftauchte und um Hilfe flehte.

Foto © APAKampusch bei der Verleihung des Buchliebling-Preises
Fünf Jahre ist es her, dass mit Natascha Kampuschs Flucht aus den Fängen ihres Entführer Wolfgang Priklopil einer der spektakulärsten Kriminalfälle in Österreich zu Ende gegangen ist.
Mit zehn Jahren wurde Kampusch gekidnappt und achteinhalb Jahre gefangen gehalten. Seither hat die junge Frau ein Buch über ihr Schicksal geschrieben und eine Ausbildung zur Goldschmiedin begonnen. Mit Constantin Film arbeitet sie an einer Verfilmung ihrer Geschichte.
Spurlos verschwunden
Auf dem Weg zur Schule in ihrem Heimatbezirk Wien-Donaustadt verschwand Natascha Kampusch am 2. März 1998 spurlos. Großangelegte Suchaktionen an Land, in der Luft und im Wasser blieben ohne Erfolg. Nach einer Zeugenaussage wurden am 6. April 1998 neben 699 Fahrzeugen auch Priklopil (44) und sein weißer Kleinbus überprüft. Der Nachrichtentechniker hatte kein Alibi und gab an, den Wagen für Bauarbeiten zu nutzen. Weitere Nachforschungen in diese Richtung wurden nicht unternommen und Kampusch blieb verschwunden, bis sie am 23. August 2006 einen günstigen Moment zur Flucht nutzte: Priklopil entfernte sich im Garten für ein Telefonat während Natascha Kampusch den Wagen saugte und sich dank des Lärms zu einer Nachbarin retten konnte. Der 44-Jährige nahm sich wenige Stunden danach das Leben.
Natascha Kampusch hat seither viele Interviews im In- und Ausland gegeben und 2008 für den Privatsender Puls 4 in einer eigenen Talkshow kurzzeitig Prominente interviewt - mit der Öffentlichkeit hadert die junge Frau allerdings: Während die 23-Jährige und ihre Berater betonen, dass sich Kampusch selbst nicht in die Medien dränge, wurde das Privatleben der jungen Frau in den vergangenen Jahren immer wieder zum medial diskutierten Thema.
Auch der "Kriminalfall Kampusch" sorgt nach wie vor für Spekulationen - über mutmaßliche Komplizen und die erfolglose Überprüfung Priklopils. Aktuell läuft in Innsbruck ein Verfahren gegen fünf in den Fall involvierte Staatsanwälte wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs.











