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Zuletzt aktualisiert: 11.08.2011 um 10:52 UhrKommentare

Lockruf von Ernst weckt Hoffnung auf Fangerfolg

Sein Ruf schallt durch das bayrische Dorf Deggendorf: Stier Ernst soll die entlaufene Kuh Yvonne anlocken und er macht seine Sache angeblich zur vollsten Zufriedenheit aller. Zwar hielt sich Yvonne in der ersten Nacht noch in Deckung, aber die Kuhfänger sind optimistisch.

Stier Ernst auf seine "Zwischendurch-Weide"

Foto © APAStier Ernst auf seine "Zwischendurch-Weide"

Die Hoffnung steigt, dass die in Bayern ausgerissene und seit Ende Mai im Wald lebende Kuh "Yvonne" bald gefangen ist. Denn Stier "Ernst", der gestern als Köder für die Milchkuh nach Zangberg im Landkreis Mühldorf auf eine Koppel gebracht worden ist, gebärdet sich vielversprechend. "Er muht sehr laut. Das ist ein Lockruf für 'Yvonne' - sie hört ihn auch auf große Entfernung", schilderte Britta Freitag von Gut Aiderbichl am Donnerstag im Gespräch mit der Austria Presse Agentur.

Künftig gemeinsam am gleichen Hof

Tierschützer Michael Aufhauser hatte das österreichische Fleckvieh von einem bayerischen Bauern abgekauft, dem es entlaufen war. Die Kuh hätte gemästet und dann geschlachtet werden sollen. Sie soll jetzt im Gut Aiderbichl im bayerischen Deggendorf ein neues Heim bekommen. Dort ist auch "Ernst" zu Hause. Dass das Galloway-Rind nicht der selben Rasse angehört wie "Yvonne", mache gar nichts aus, sagte Britta Freitag. Denn auch ein "etwas anderer Mann" könne sehr wohl ihr Interesse erwecken.

Kuh muss Medienrummel erst verdauen

In der ersten Nacht mit dem schwarzen Bullen in ihrer Umgebung hat sich "Yvonne" allerdings noch nicht blicken lassen. Auch als Donnerstag früh der Stier seinen Hunger vor der Fütterung lautstark hinausposaunte, blieb die Kuh in Deckung. "Sie scheint sich zurückgezogen zu haben. Den Spuren nach ist sie im Wald unterwegs", sagte die Gut-Aiderbichl-Mitarbeiterin." Nach dem ganzen Rummel gestern - als der Stier ankam, waren rund 50 Medienleute und auch Neugierige aus dem Ort anwesend - benötige die scheue Kuh vermutlich ein, zwei Tage Ruhe, um sich hervorzutrauen.

Wie lange "Ernst" für die Charme-Offensive im Einsatz steht, ist noch unklar. Das hängt auch von seinem Wohlergehen ab. "Derzeit fühlt er sich gut", sagte Britta Freitag, und sein Lieblingstierpfleger leistet ihm Gesellschaft. Jetzt braucht nur noch Yvonne zu Ernst in die Koppel traben - dann wird der Balken geschlossen. Oder sie kommt so nahe, dass sie von den Schützen betäubt werden kann. Ob die Kuh nicht nur die Menschen, sondern auch den Stier narrt, wird sich bald herausstellen. Die Spannung im Zangbergischen Wald ist groß.


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