Krawalle: Muss die Polizei für Schäden aufkommen?
Die Krawalle in London kosten Versicherer und Einzelhandel Millionen, doch die Last wird durch ein 125 Jahre altes britisches Gesetz gemildert. Danach ist die Polizei für Schäden verantwortlich, wenn es ihr nicht gelingt für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

Foto © APWar die Polizei in den ersten Krawallnächten zu wenig präsent und offensiv?
Die tagelangen Krawalle in Großbritannien dürften die Versicherer und den Einzelhandel des Landes Dutzende von Millionen Pfund kosten. Für ein genaues Schadensbild sei es allerdings noch zu früh, sagte eine Sprecherin des Versicherungsverbandes ABI am Dienstag. Die Reparaturkosten dürften Analysten zufolge ohne Probleme von der Versicherungswirtschaft geschultert werden. Zudem wird ihre Last durch ein 125 Jahre altes britisches Gesetz gemildert. Danach ist die Polizei für Schäden verantwortlich, wenn es ihr nicht gelingt für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sollte es zu massiven Schadenersatzforderungen an die Polizei kommen, dürfte dies angesichts des Sparprogramms zusätzlichen Druck auf die eh schon klammen öffentlichen Kassen ausüben.
Wiedereröffnung wird sich nicht lohnen
Der Einzelhändlerverband befürchtet, dass sich vor allem kleinere Geschäfte nicht von den Zerstörungen erholen werden. In einigen Fällen dürfte sich eine Wiedereröffnung nicht lohnen, sagte Verbandssprecher Richard Dodd. Großbritanniens größter Einzelhändler Tesco erklärte, mehrere Geschäfte in London und anderen Städten seien angegriffen worden. Mit Ausnahme eines Geschäfts in Liverpool hätten jedoch alle ihre Tore geöffnet. Ähnlich äußerte sich der Lebensmittelhändler Sainsbury.










