Fluglotsen drohen nun mit Streiks ab Mitte der Woche
Reisende in, von und nach Deutschland müssen sich ab Wochenmitte auf Flugausfälle einstellen. Die Arbeitsniederlegung wird in jedem Fall 24 Stunden vorher angekündigt.

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Die Fluglotsengewerkschaft GDF kündigte am Sonntag an, den Flugverkehr wegen des Tarifstreits mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) lahmlegen zu wollen. Die Fluglotsen würden in der neuen Woche wie angekündigt streiken, sagte GDF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang gegenüber Reuters. "Der Montag wird es allerdings nicht." Die Arbeitsniederlegung werde 24 Stunden vorher angekündigt.
Ursprünglich wollten die Fluglotsen am letzten Donnerstag für sechs Stunden streiken. Die DFS klagte dagegen jedoch und bekam vom Frankfurter Arbeitsgericht recht, das die Arbeitsniederlegung kurzfristig verbot. Die Richterin erklärte, die Forderungen der Gewerkschaft verstießen teilweise gegen Tarifverträge und seien daher rechtswidrig. Auch der geplante Streik sei somit illegal.
Gewerkschafts-Verhandlungsführer Vogelsang zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die DFS einen Streik diesmal nicht erneut juristisch verhindern kann. Die Gewerkschaften hätten zwei rechtlich möglicherweise problematische Tarifforderungen gestrichen, sagte er. Daher gebe es für das Gericht keinen Grund, die geplante Arbeitsniederlegung erneut zu untersagen. Bei der DFS war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Mehr Gehalt und weniger Überstunden
Die Lotsen fordern mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen - allen voran weniger Überstunden. Die Fluggesellschaften fürchten bei einem Streik ein Chaos auf den deutschen Flughäfen mitten in der Hauptreisezeit und damit einen weiteren Tiefschlag. Auch die österreichische AUA (Austrian Airlines) sorgt sich vor neuerlichen Einbußen im Streikfall.
Die Erdbebenkatastrophe in Japan, die Unruhen in Nordafrika und die hohen Kerosinpreise machten im ersten Halbjahr bereits alle Kalkulationen zunichte. Die Lufthansa hatte es nur knapp in die schwarzen Zahlen geschafft, die AUA hat weiter hohe Verluste, auch andere Unternehmen wie Air France schreiben rote Zahlen.
Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer kritisierte am Wochenende die Streikdrohung. Angesichts des hohen Gehalts und der Ausgleichszeiten der Fluglotsen habe er, wie Familien, die sich ihren Urlaub mühsam zusammengespart hätten, kein Verständnis für Streiks in der Urlaubszeit, sagte er dem "Spiegel".











