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Zuletzt aktualisiert: 29.07.2011 um 20:44 UhrKommentare

Hilfsorganisationen in Somalia rastlos im Einsatz

Foto © APA

Wettlauf gegen den Hunger: Trotz aller Schwierigkeiten mit Bürokratie und Milizen setzten am Freitag internationale Organisationen ihre Rettungsaktionen für die Menschen am Horn von Afrika fort. Das Welternährungsprogramm (WFP) hat weitere Hilfsgüter in das Bürgerkriegsland geliefert. Von der UNO wird allerdings noch eine Ausweitung der Katastrophe auf alle Regionen Südsomalias befürchtet.

Am zweiten Tag der Luftbrücke seien mehrere Tonnen Spezialnahrung für unterernährte Kinder eingeflogen worden, teilte das WFP mit. In Mogadischu gelang es der radikalen Al-Shabaab-Miliz nach heftigen Kämpfen unterdessen, die Truppen der Afrikanischen Union (AU) wieder zurückzudrängen.

Die UNO warnte am Freitag vor einer Ausweitung der Hungerkatastrophe. Die Krise werde sich verschlimmern und alle Regionen Südsomalias erfassen, teilte die Dachorganisation für die humanitäre Hilfe OCHA am Freitag in einem Bericht an die Geberländer mit. Gleichzeitig strömten weiter bis zu 1.500 Somalier täglich in das größte Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab, sagte Christopher Tidey vom Kinderhilfswerk UNICEF am Freitag. Das ursprünglich für 90.000 Menschen gebaute Lager beherberge nun über 400.000 Menschen, hieß es.

Die Vereinten Nationen riefen wegen der katastrophalen Lage zu weiteren Spenden auf. "Die Menschen in Somalia - die Verletzten, Binnenvertriebenen und die vielen Flüchtlinge - benötigten noch nie so dringend Schutz und humanitäre Hilfe wie jetzt", sagte George Oktoh-Obbo, Direktor des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR in Afrika.

"Die Menschen brauchen jetzt dringend Soforthilfe zum Überleben", erklärte auch der Präsident von SOS-Kinderdorf, Helmut Kutin, am Freitag in einer Aussendung. SOS-Kinderdorf habe zunächst einmal 50.000 Euro an Soforthilfe bereitgestellt, so die Aussendung. Word Vision betonte, dass besonders Frauen und Kinder von der Katastrophe betroffen seien und vorrangig geschützt und unterstützt werden sollten.

Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen hat mittlerweile im Distrikt Turkana im Nordwesten Kenias ein Programm zur Behandlung mangelernährter Kinder gestartet. Die Teams arbeiten in den Regionen Lapur und Kibish, in denen bisher nur sehr wenige Hilfsorganisationen tätig sind, hieß es in einer Aussendung. Man verteile gezielt Lebensmittel an mangelernährte Familien. Auch Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe (Menschen für Menschen) bereitet ein Nothilfeprogramm für etwa 47.000 Menschen in den drei Distrikten Limu Bilbilo, Adaba und Gedeb Asasa im Süden Äthiopiens vor.

Quelle: APA

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