Causa Kampusch: Wackelt die Ein-Täter-These?
Ein Häftling schürt neue Gerüchte im Entführungsfall Natascha Kampusch. Demnach soll Wolfgang Priklopil kein Einzeltäter gewesen sein.

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Das Ermittlungsverfahren gegen fünf Staatsanwälte wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs im Fall Natascha Kampusch geht Ende der Woche voraussichtlich in eine entscheidende Phase: Angeblich soll die einzige Zeugin der Entführung am Landesgericht Innsbruck aussagen. Vorab berichtete die Tageszeitung "Österreich" am Dienstag von einem Häftling, der sich selbst als Mitwisser belastet.
Der Mann behauptet, dass der durch Selbstmord aus dem Leben geschiedene Entführer Wolfgang Priklopil im Fall Kampusch kein Einzeltäter gewesen sei. Der in einer Außenstelle der Justizanstalt Stein einsitzende Mann soll die Staatsanwaltschaft Innsbruck mittels eines Briefs kontaktiert haben. Am Landesgericht wurde gegenüber der APA nicht einmal die Existenz des angeblichen Schreibens bestätigt.
Seiner Darstellung nach wurde Natascha Kampusch im Auftrag einer Organisation entführt und an die Mitglieder "vermarktet". Kidnapper Priklopil sei eifersüchtig geworden, er hätte das Mädchen heiraten wollen und sollte "ausgeschaltet" werden: "Das habe ich abgelehnt und mich von der Gruppe zurückgezogen", behauptet der Mann laut "Österreich".
Der Schreiber gibt laut "Österreich" an, er habe sein "Wissen" mehrfach Staatsanwälten angeboten, sei aber "abgeschasselt" und mit Psychiatrisierung bedroht worden. Tatsächlich laufe gegen ihn ein Besachwaltungsverfahren am Bezirksgericht Liesing
Am 2. März 1998 wurde Natascha Kampusch auf ihrem Schulweg in Wien von Wolfgang Priklopil entführt. Rund achteinhalb Jahre wurde sie im Keller des Mannes in einem Haus im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten, bevor sie als junge Frau in einem unbeobachteten Moment flüchten konnte. Ihr Verschwinden zählt zu den spektakulärsten Fällen der Kriminalgeschichte in Europa.











