Mehr als Hälfte der Somalier braucht Hilfe
Mehr als die Hälfte der Somalier braucht nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO dringend humanitäre Hilfe.

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Die WHO-Beauftragte für Somalia, Marthe Everard, schätzte die Zahl am Freitag in Genf auf 3,7 Millionen Menschen. Zu Beginn des Jahres seien es noch 2,4 Millionen gewesen.
In Teilen der beiden besonders von der Dürre betroffenen Regionen sei inzwischen die Hälfte der Bevölkerung unterernährt. Die tägliche Todesrate liege bereits bei über sechs je 10.000 Menschen. Im Süden Somalias seien 554.000 Kinder unterernährt, was einem von drei Kindern entspreche. Weitere Probleme bereitet laut Everard die steigende Zahl von Masern-Erkrankungen in der Hauptstadt Mogadischu.
Die somalische Al-Shabaab-Miliz hat unterdessen angekündigt, voraussichtlich doch keine Hilfslieferungen an die hungernden Menschen in den von ihr kontrollierten Gebieten zulassen zu wollen. Der britische Sender BBC zitierte am Freitag Islamisten der Gruppe mit den Worten, die Berichte der Vereinten Nationen über die Hungersnot in der Region seien "pure Propaganda". Ein Sprecher von Al-Shabaab warf Hilfsorganisationen vor, "politisch" zu agieren.
Österreich hat sich indessen entschieden, umgehend seine Hilfsmaßnahmen zu verstärken. Landwirtschaftsminister Berlakovich kündigte eine Aufstockung der bisherigen Hilfsgelder um 200.000 Euro an. "Wir können und wollen der schrecklichen Hungersnot, die bis zu zwölf Millionen Menschen in Somalia, Äthiopien, Kenia und Dschibuti betrifft, nicht tatenlos zusehen und haben daher die bereits übermittelte Soforthilfe aufgestockt", so Berlakovich am Freitag.










