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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2011 um 13:31 UhrKommentare

AMS: Noch keine Spur vom Pistolenmann

Nach Großeinsatz im AMS Klagenfurt ist der Optimismus der Polizei verflogen, den bewaffneten Unbekannten rasch auszuforschen.

Foto © Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Wie glaubhaft ist die Aussage der Zeugin, die vor dem WC des Arbeitsmarktservice in Klagenfurt einen Mann mit Pistole gesehen hat und dadurch einen spektakulären Einsatz der Polizei-Sondereinheit "Cobra" ausgelöst hat? Hat es den Bewaffneten vielleicht gar nicht gegeben? Für den Klagenfurter Stadtpolizeikommandanten Eugen Schluga gibt es auch am Tag danach keine Zweifel an der Aussage der Frau. Schluga: "Wir haben sie noch einmal einvernommen. Sie ist glaubhaft, daher kann man nicht von einem Fehlalarm sprechen. Solche Fälle sind absolut ernst zu nehmen."

Die Frau hat mittlerweile angegeben, den Mann - entgegen ihren ersten unter Schock getätigten Aussagen - doch nicht zu kennen. Ihre Personsbeschreibung ist wenig brauchbar: Der Unbekannte, der in einer Hand eine Pistole hielt und in der anderen ein Handy, mit welchem er telefonierte, dürfte um die 20 Jahre alt sein. Er wird als rund 1,90 Meter groß beschrieben und soll wenig bis gar keine Haare haben. Schluga: "Es wird intensiv weiter ermittelt. Doch im Moment haben wir keine Spur." Der anfängliche Optimismus, den Unbekannten rasch zu schnappen, sei laut Schluga inzwischen verflogen.

Da die Polizei bei solchen Einsätzen vom Schlimmsten ausgehen muss (Geiselnahme, Schusswechsel), wurde sofort das Einsatzkommando Cobra verständigt. Zehn Beamte der Sondereinheit befanden sich gerade beim Training, als sie die Alarmierung erhielten. Unverzüglich, ohne sich etwa damit aufzuhalten sich umzuziehen, rückten sie aus. Das erklärt auch die unterschiedliche Kleidung der Beamten am Einsatzort. "Da wir von einer Amoklage ausgegangen sind, war rasches Handeln erforderlich", sagt Richard Della Pietra, Cobra-Chef in Kärnten.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

ANTI-TERROREINHEIT

Das Einsatzkommando Cobra ist eine Sondereinheit und der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit im Innenministerium unterstellt. In Kärnten gibt es derzeit 20 Cobra-Beamte. Wenn diese nicht im Einsatz sind, trainieren sie.

Abgesehen vom "klassischen" Antiterrorsegment, welches der Cobra übertragen ist, deckt die Einheit ein breites Spektrum von Einsatzlagen ab. Vor allem die Unterstützung der Kollegen der Polizeidienststellen beim Einschreiten bei erhöhten oder hohen Gefährdungslagen (z.B. bei Konflikten, bei denen Waffen im Spiel sind) zählen zu den Aufgaben. Auch die Unterstützung bei Verhaftungen gefährlicher Täter zählt zu den täglichen Aufgaben der Einheit.

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