Islamist aus Österreich machte Karriere bei Al-Kaida
Ein aus Österreich stammender Islamist wurde enger Mitarbeiter eines wichtigen Al-Kaida-Führers, der Terrorkomplotte gegen Ziele im Westen ausheckte. Ein besonders brutaler Anschlag ist offenbar gescheitert.

Foto © APVideo-Botschaft der Kaida: Österreicher schmiedete Terror-Pläne
Das geht aus einer Studie des Al-Kaida-Experten Paul Cruickshank in New York hervor, wie "Die Presse" in ihrer Sonntag-Ausgabe berichtet. "Anstelle der österreichischen Behörden wäre ich da ziemlich beunruhigt", wird Cruickshank von der Zeitung zitiert.
Abdulrahman Hussein (Kampfname "Driss"), geboren 1983 in Mödling und aufgewachsen in Wien, soll demnach "Kopf einer Handvoll aus Österreich stammender Al-Kaida-Kämpfer im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet" gewesen sein. Österreichs Verfassungsschutz sei bereits 2005 auf ihn aufmerksam geworden. Während ein Teil der Jihadisten nach absolvierter "Grundausbildung" in die Heimat zurückkehrte, stieg Abdulrahman Hussein in der Hierarchie des Terrornetzwerks zum Stellvertreter von Saleh al-Somali auf, dem 2009 durch einen US-Drohnenangriff getöteten Al-Kaida-Chef für "auswärtige Operationen", schreibt "Die Presse".
Verfahren läuft noch
Cruickshank bringt den Mann mit einem der potenziell verheerendsten Anschlagspläne seit dem 11. September 2011 in Verbindung: Mehrere Passagiermaschinen sollten 2006 auf Transatlantik-Flügen in die Luft gesprengt werden; mindestens 1500 Menschen wären bei Gelingen des mörderischen Vorhabens gestorben. Spätestens 2005 sei Hussein in der pakistanischen Terrorhochburg Waziristan aufgetaucht. Dort "betreute" er unter anderem einer Gruppe junger Männer aus Frankreich und Belgien, die in Afghanistan "den Jihad machen" wollten. Seit 2009 verlören sich Husseins Spuren. Gerüchte, er sei getötet worden, habe ein bosnisch-deutscher Al-Kaida-Mann damals heftigst dementiert.
Das Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Wien sei jedenfalls noch aufrecht, schreibt das Blatt. "Die österreichischen Ermittler scheinen jedenfalls keinen glaubwürdigen Hinweis auf Husseins Ableben zu haben. Sonst wäre der Fall geschlossen worden."










