Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
26. Mai 2012 15:14 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332907 Mitglieder | 262 online
St. Pölten: Tochter dürfte Bluttat mit angesehen haben Mission erfolgreich: "Drache" erreichte Raumstation ISS Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel St. Pölten: Tochter dürfte Bluttat mit angesehen haben Mission erfolgreich: "Drache" erreichte Raumstation ISS
Zuletzt aktualisiert: 04.07.2011 um 12:06 UhrKommentare

Europa trauert um Otto Habsburg

Der Tod des Kaisersohnes Otto Habsburg erschüttert die Welt. Zig Trauerbekundungen zeugen von der Bedeutung, die der 89-Jährige für Europa hatte.

Foto © APA

Othmar Karas

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, hat das Wirken des verstorbenen Kaisersohns Otto Habsburg um Versöhnung gewürdigt. "Ganz Europa weint", erklärte Karas gegenüber der APA. Der SPÖ-Europaabgeordnete Hannes Swoboda sagte, er habe Habsburg als sehr engagierten Kämpfer für Menschenrechte erlebt, "er war wirklich unabhängig und ein sehr korrekter Kollege".

Karas erklärte, es sei "eine Persönlichkeit von uns gegangen, die in seiner Größe keinen Ersatz finden kann". Sein Verständnis von Europa sei Versöhnung und das grenzüberschreitende Wirken gewesen, unter Rücksichtnahme auf Minderheiten. "Das wird hoffentlich in vielen Menschen weiter leben. Weil ohne diese Vision und ohne diesen Charakter können Probleme nicht gelöst werden".

Hannes Swoboda

Hannes Swoboda betonte, er habe mit Habsburg im Europaparlament gut zusammenarbeiten können. Habsburg, Alterspräsident des EU-Parlaments, sei sehr aktiv gewesen, unabhängig von Land und Partei. Auf der anderen Seite habe er als CSU-Abgeordneter doch auch "ein bißl in der Vergangenheit gelebt".

Bernd Posselt

Der CSU-Europamandatar Bernd Posselt hat Habsburg als "den letzten großen Baumeister der Europäischen Einigung aus der Pionier-Generation" gewürdigt. Posselt, der fast zwei Jahrzehnte der engste Mitarbeiter Otto von Habsburgs war, betonte, dass dieser sich "schon in den dreißiger Jahren der Paneuropa-Bewegung anschloss, gegen Nationalsozialismus und Kommunismus kämpfte, die politische Einigung Europas mit dem Ziel eines starken supranationalen Bundes vorantrieb und entscheidend dazu beitrug, den Eisernen Vorhang niederzureißen".

Michael Spindelegger

Betroffen über den Tod von Otto Habsburg hat sich Vizekanzler Michael Spindelegger (V) am Montag in einer Aussendung gezeigt: "Mit Otto Habsburg verlieren wir einen glühenden Europäer, der als Vorreiter der paneuropäischen Bewegung maßgeblich an einer friedlichen Öffnung des Eisernen Vorhanges mitgewirkt hat".

"Er hat sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg mit allen Kräften für den Weiterbestand eines freien und unabhängigen Österreichs eingesetzt. Dafür und für sein unablässiges Wirken für ein freies und ungeteiltes Europa sind wir ihm dankbar", ehrte Spindelegger den verstorbenen Habsburg posthum. Dieser sei vom friedlichen Zusammenwachsen Europas zutiefst überzeugt gewesen und habe für dieses Ziel seine gesamte politische Kraft eingesetzt. Auch Habsburgs "stetes Eintreten gegen Nationalismus und Kommunismus", würdigte der Vizekanzler.

Heinz-Christian Strache

Laut FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache "verliert Österreich einen großen Staatsmann". Auch für Strache ist der Kaisersohn "immer - auch in den dunkelsten Zeiten - kompromisslos für Österreich eingetreten" und habe sich stets für sein Land eingesetzt. Auch wenn die Republik - "namentlich die SPÖ" - nicht immer anständig mit der Familie Habsburg umgegangen sei, so habe sich Habsburg "doch stets seine Liebe für das Land bewahrt und sich politisch vorbildlich für Österreich engagiert".

Josef Bucher

Bucher sprach von einer beeindruckenden Persönlichkeit, die im Rahmen der Paneuropa-Union eine große Anzahl an Jugendlichen für das Friedensprojekt Europa begeistern habe können. "Dr. Otto Habsburg war aber auch ein Mensch und Politiker, der sich kein Blatt vor den Mund genommen und viele Missstände richtigerweise angesprochen hat." Bucher würdigte ebenfalls den Kampf Habsburgs gegen das Nazi-Regime.

Luis Durnwalder

Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hat die Verdienste Otto Habsburgs um die Völkerverständigung und Völkerzusammenführung sowie dessen Engagement in der Europapolitik gewürdigt. Mit dem Kaisersohn trete eine Persönlichkeit aus dem Leben, "die sich mit Kompetenz und Engagement für die Verständigung und Zusammenführung der Völker Europas bemüht hat und als Präsident und späterer Ehrenpräsident der Paneuropa-Union, als langjähriger Abgeordneter und zeitweiliger Alterspräsident des Europa-Parlaments die Europapolitik der vergangenen Jahrzehnte maßgeblich mitgestaltet hat", betonte Durnwalder am Montag in seinem Beileidsschreiben.

Südtirol verliere mit Otto Habsburg auch einen großen Freund, der sich auf allen Ebenen und mit all seinem Gewicht für die Südtiroler stark gemacht habe und stets wertvoller Ansprechpartner gewesen sei, meinte der Landeshauptmann. Otto von Habsburg sei daher auch einer der ersten Träger des "Großen Verdienstordens des Landes Südtirol", mit dem er 2008, bei der erstmaligen Verleihung des Ordens, bedacht wurde, erklärte der Landeshauptmann.

Heinz Fischer

Mit Habsburgs Tod sei "eine Persönlichkeit von uns gegangen, deren Name in vielfältiger Weise mit der Geschichte unseres Landes verknüpft ist", sagte Bundespräsident Heinz Fischer. Er erinnerte daran, dass Habsburg vor genau 50 Jahren die "zunächst umstrittene Verzichtserklärung auf alle Herrschaftsansprüche" abgab und sich "als getreuer Staatsbürger der Republik Österreich" bekannte. Und betonte, "dass sich das Verhältnis zwischen der Republik Österreich und Dr. Otto Habsburg in den letzten Jahrzehnten in vernünftiger und positiver Weise entwickelt hat".

Werner Faymann

Bundeskanzler Werner Faymann würdigte den langjährigen Europapolitiker als "historische Persönlichkeit, deren Leben mit der österreichischen Geschichte vielfältig verbunden war". Besonders hob der Kanzler Habsburgs "entschiedene Gegnerschaft zu Nationalsozialismus und Faschismus" hervor und "sein beherztes Auftreten für ein friedliches und vereintes Europa und für den Fall des Eisernen Vorhangs" nach dem Zweiten Weltkrieg.

Christoph Schönborn

Kardinal Christoph Schönborn hat es "immer geschmerzt", dass es in Österreich "so lange gedauert hat, bis es zu einer angemessenen Dankbarkeit gegenüber dem Haus Habsburg gekommen ist". Es werde dem Land gut tun, beim Requiem und der Beisetzung in der Kapuzinergruft "im Gebet und in Dankbarkeit an diesen großen Habsburger zu denken". Denn der Verstorbene sei "zweifellos einer der ganz großen Europäer", der "gemeinsam mit Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi in die Reihe der 'Architekten des Europagedankens und der europäischen Integration' gestellt werden" könne, betonte Schönborn - der als Ordenskaplan des Habsburger Haus-Ordens der Ritter vom Goldenen Vlies zugleich eine Art Hausseelsorger für das Haus Habsburg ist.

Jose Manuel Barroso

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat den verstorbenen ehemaligen Alterspräsidenten des Europaparlaments Otto Habsburg als "einen großen Europäer" gewürdigt, der "dem europäischen Einigungswerk Zeit seines reichen Lebens wichtige Impulse verliehen hat". Als langjähriger Abgeordneter und zuletzt Alterspräsident des EU-Parlaments habe Habsburg die europäische Erfolgsgeschichte mitgeprägt.

Als Präsident der Internationalen Paneuropa-Union habe Habsburg einen zentralen Beitrag zur Öffnung des eisernen Vorhangs und "zur friedlichen Wiedervereinigung unseres viel zu lange geteilten Kontinents" geleistet. "Sein klares Eintreten gegen jede Form des Totalitarismus und für Europas Grundwerte wird mir besonders in Erinnerung bleiben. Gerade in schwierigen Zeiten sollte Otto von Habsburgs Einsatz für Europa uns allen politisches Vorbild sein," so Barroso am Montag in Brüssel.

Joseph Daul

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Joseph Daul, betonte, Habsburg habe "wie kein Zweiter die Geschichte der europäischen Einigung verkörpert. Der Sohn des letzten österreichisch-ungarischen Kaisers hat zeitlebens für Demokratie, Freiheit, und die Verständigung der europäischen Völker gekämpft. Von den Anfängen der europäischen Einigungsbewegung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum mittlerweile berühmten Paneuropäischen Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze 1989 hat er es geschafft, Grenzen zu überwinden und den Europäern den Weg in eine gemeinsame Zukunft aufzuzeigen", sagte Daul.


Steiermark > Graz

Wolkig
Graz
min: 7° | max: 19°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

KLEINE.tv

Faymann frühstückte mit Dalai Lama

Bundeskanzler Faymann hat Samstag früh den Dalai Lama im Beisein von Kar...Noch nicht bewertet

 


Fotoserien

St. Pölten: Bluttat in Schule 

St. Pölten: Bluttat in Schule

 

Events & Tickets

Die Hochzeit - Öblarner Festspiele Tipp

Die Hochzeit - Öblarner Festspiele

14.07.12 Öblarn
Tickets bestellen


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang