Startschuss für die Caritas-Augustsammlung 2011
"Zukunft ernten" lautet das diesjährige Motto der Caritas-Augustsammlung. Präsident Franz Küberl erläuterte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien, wie den Ärmsten langfristig geholfen werden soll und plädierte leidenschaftlich für eine Änderung der heimischen Entwicklungshilfe-Politik. Diese könne nur "gesundwachsen, nicht gesundschrumpfen".
Im Kampf gegen Armut und Hunger brauche es "viele kleine und große Taten", so der Caritas-Präsident. Laut Küberl sei das "Megafon der Caritas" notwendig. 925 Millionen Menschen leiden laut Schätzung der FAO derzeit weltweit an Hunger - 13,4 Prozent. 195 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind chronisch unterernährt.
Vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika soll heuer Notleidenden mit den Sommerspenden geholfen werden. Investiert wird vor allem in Saatgut und Werkzeug, Brunnen und Bewässerungsmethoden, aber auch Getreidespeicher. Der Caritas Präsident sprach von "wichtigen Bausteine, um Zukunft ernten zu können."
Soeben von seinem jährlichen Lokalaugenschein zurückgekehrt, der ihn diesmal in die Demokratischen Republik Kongo geführt hatte, verwies Küberl auf den "Zukunftsschub" für die Region, in der die Ernährungssituation sich derzeit dramatisch darstellt. So ist etwa jedes fünfte Kind wegen Unter- bzw. Mangelernährung in seiner Entwicklung zurückgeblieben. Mithilfe der Unterstützung aus Österreich wurde es unter anderem Hunderten Frauen ermöglicht, Lesen und Schreiben zu lernen.
Zu den Gründen für den weltweiten Hunger zählten die Herstellung von Agrotreibstoffen und die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Profiteure sind in erster Linie die Industrieländer, Leidtragende die Hungernden. Dass Österreich die Gelder für die direkte internationale Armutsbekämpfung um 9,4 Millionen Euro gekürzt und bis 2014 das Budget der Entwicklungsagentur ADA um ein Drittel schrumpfen will, kritisierte Küberl scharf.











