Mordprozess in Linz: Angeklagte nicht geständig

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Eine 22-jährige Oberösterreicherin muss sich seit Dienstag im Landesgericht Linz wegen Mordes verantworten. Sie soll Ende vergangenen Jahres ihrem Lebensgefährten mit einem Jagdgewehr ins Gesicht geschossen haben. Der 27-Jährige starb sieben Tage später an Gehirnverletzungen. Die 22-Jährige ist nicht geständig. "Sie hatte nicht die Absicht, ihn zu töten", sagte ihr Anwalt.
Am Vormittag schilderte die Frau ihre Jugend und die Beziehung zum Opfer. Die Angeklagte soll ihrem Freund am 15. Dezember aus einem halben Meter Entfernung ins Gesicht geschossen haben - mit scharfer Munition. Sie habe geglaubt, dass sie Gummischrot in das Gewehr getan habe, sagte die Beschuldigte. Gummi- und scharfe Munition seien im selben Behälter gelagert gewesen. Die Geschworenen müssen nun entscheiden, ob die Angeklagte mit Vorsatz gehandelt hat. Der Staatsanwaltschaft reicht ein bedingter Vorsatz für Mord aus.
Im Februar 2010 hätten das spätere Opfer und sie sich kennengelernt, erzählte die 22-Jährige. Ab Mai hätten sie eine Beziehung gehabt, allerdings mit mehreren Abbrüchen. Der Mann habe ihr erzählt, dass er als Söldner im Irak gewesen sei und sehr viel Geld gehabt habe. Sie sei aber draufgekommen, dass das alles nicht stimme, so die Angeklagte. Sie habe ihn zur Rede gestellt, worauf er ihr wieder Geschichten erzählt habe.
"Er (das 27-jährige Opfer, Anm.) sollte einmal die Schmerzen verspüren, die ich seelisch verspürt habe", so die Angeklagte, die von einer "Abrechnung" sprach. Sie habe nicht mehr klar gedacht. Die Frau sei von ihrem Lebensgefährten "nach Strich und Faden" ausgenutzt worden, sagte der frühere beste Freund der Frau, ein Sozialarbeiter, vor Gericht. Der Vater der 22-Jährigen bezeichnete sie als leichtgläubig und unbelehrbar.
Die Verhandlung soll am Montag mit den Aussagen von drei Gutachtern fortgesetzt werden. Auch ein Urteil wird für diesen Tag erwartet.










