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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2011 um 05:10 Uhr

Flucht zu Ende: Kärntner verhaftet

Knalleffekt im Fall des weltweit gesuchten Sandro H.: Interpol-Beamte spürten den 42-jährigen Kärntner in einer paraguayischen Grenzstadt zu Brasilien auf. Ob er sich auch diesmal wieder freikaufen kann?

Am Freitag klickten für den Mittelkärntner Sandro H. in Paraguay, wie bereits 2010 (Bild) die Handschellen

Foto © www.abc.comAm Freitag klickten für den Mittelkärntner Sandro H. in Paraguay, wie bereits 2010 (Bild) die Handschellen

Was immer er noch vorhatte, er wird wahrscheinlich nicht mehr dazu kommen. Für den Kärntner Sandro H. klickten am Freitag in Paraguay erneut die Handschellen. Der 42-Jährige - er stand im Verdacht, ein deutsches Paar erschossen zu haben - war nach seiner überraschenden Freilassung aus dem paraguayischen Staatsgefängnis im März untergetaucht. Doch Interpol-Beamte hefteten sich an seine Fersen, da er in Österreich unter anderem wegen Mordverdachts an seiner Ex-Freundin Michaela Grabner und Versicherungsbetruges gesucht wird.

In der kleinen Stadt Pedro Juan Caballero im Nordosten von Paraguay, direkt an der Grenze zu Brasilien, war für Sandro H. Endstation. Der Zugriff erfolgte in den frühen Morgenstunden durch Interpol-Beamte. Österreichische Beamte waren ebenfalls anwesend. Dass sich Sandro H. in Paraguay in Sicherheit wiegte, überrascht. Nicht nur Kärntner Kriminalisten waren davon ausgegangen, dass er sich in ein anderes südamerikanisches Land absetzen würde. Zuletzt verfolgte man eine Spur nach Uruguay.

Ungeklärter Doppelmord

Der zuständige Richter in dem Fall ist abermals Ruben Ayala Brun. Er muss jetzt über das weitere Vorgehen entscheiden. Der Kärntner soll bereits kundgetan haben, sich gegen eine Auslieferung nach Österreich mit allen Mitteln wehren zu wollen. Gegen eine rasche Auslieferung spricht weiters, dass das Verfahren gegen ihn wegen des Verdachts des Doppelmordes an dem deutschen Paar nur vorläufig eingestellt worden ist - und Sandro H. einen paraguayischen Personalausweis besitzt.

Auch das Unmögliche muss einkalkuliert werden. Kann sich der Kärntner wieder seine Freiheit erkaufen? Zwei Mal hat es in Paraguay schon geklappt: 2009 wurde Sandro H. wegen Drogenbesitzes festgenommen. Gegen 2300 Dollar und zwei Handys ließ man ihn wieder frei. Und auch für die Freilassung im März soll er bezahlt haben. Ein Betrag von etwa 300.000 US-Dollar wird kolportiert.

Der Festgenommene hält sich derzeit im Interpol-Quartier in der Provinz Amambay auf. Dort wartet er auf seine Anhörung und die Entscheidung des Richters.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

Chronologie

Seit 2006 wird die Klagenfurterin Michaela Grabner vermisst. Der Ex-Bordellchef steht im Verdacht, sie getötet zu haben. Ende 2006 beauftragte er einen Bekannten, sein Haus anzuzünden. Deshalb wird er wegen Betruges gesucht. 2008 floh Sandro H. aus einem Gefängnis und setzte sich nach Paraguay ab.

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