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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2011 um 05:10 UhrKommentare

Jagdhund biss Besitzer und kleinen Terrier

Ein Feiertagsausflug am Donnerstag endete beinahe tödlich: Ein Weimaraner enthäutete den 16-jährigen Terriermischling "Mucky". Als die Hundebesitzerin ihrem Vierbeiner helfen wollte, verletzte der Hund auch diese schwer.

"Mucky" überlebte Attacke

Foto © Tierrettung Schober"Mucky" überlebte Attacke

Dramatische Szenen spielten sich Donnerstag Nachmittag auf einem Waldweg im Villacher Stadtteil Neufellach ab: Der 16-jährige Terriermischling "Mucky" machte mit seinem Frauchen einen Spaziergang, als sich plötzlich wie aus dem Nichts ein Weimaraner (ein Vorstehhund) auf die beiden stürzte.

Ohne zu zögern, schnappte sich der große Jagdhund - er war laut Polizei ohne Leine unterwegs - den angeleinten "Mucky". Wie ein Spielzeug nahm er den kleinen Hund ins Maul und zerrte ihn davon. Als die Hundebesitzerin ihrem Vierbeiner helfen wollte, wurde sie "in den Mittelfinger gebissen", sagt Erwin Oehzelt von der Polizeiinspektion Neufellach.

Durch die Hilfeschreie kam auch der Besitzer des Jagdhundes gelaufen. Er versuchte sofort, seinem Hund den Terrier aus der Maulsperre zu entreißen. "Dabei wurde jedoch auch der Mann von seinem Hund gebissen und schwer verletzt", sagt Oehzelt. Sowohl er als auch die Besitzerin des Terriers mussten im LKH Villach behandelt werden. Als der Jagdhund "Mucky" endlich losließ, war höchste Eile geboten. Der Terriermischling war nämlich regelrecht "skalpiert" worden. Die Tierrettung Schober wurde alarmiert. "Die gesamte Oberhaut des Rückens klaffte an dem Tier herunter", sagen die Retter. Wegen des hohen Alters des Terriers musste rasch gehandelt werden. "Mucky" war durch den Blutverlust nämlich schon sehr stark geschwächt.

Der alarmierte Tierarzt gab dem Hund sofort eine Narkose und nähte ihn - 30 bis 40 Nähte waren notwendig. Die gesamte verletzte Fläche machte rund ein Viertel seiner Körpergröße aus.

Die Nacht auf Freitag hat der geschwächte "Mucky" den Umständen entsprechend überstanden. "Im Moment frisst er noch nicht, aber wir alle hoffen das Beste", heißt es bei der Tierrettung. "Dass der Kleine überlebt hat, ist schon ein Wunder."

Die Ermittlungen der Polizei sind laut Oehzelt noch nicht abgeschlossen. Der Besitzer dürfte wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt werden. Auch eine zivilrechtliche Klage steht im Raum. Was mit seinem Jagdhund passiert, ist noch unklar.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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