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Zuletzt aktualisiert: 25.06.2011 um 15:56 Uhr

U-Haft gegen 32-jährige Spanierin verhängt

Die im Fall der sogenannten Kellerleichen von Wien-Meidling verdächtige Eissalon-Besitzerin ist am Freitag an Österreich ausgeliefert worden. Am Samstag wurde sie nach Wien überstellt.

Auslieferung an Österreich

Foto © APA I EGGENBERGERAuslieferung an Österreich

Gegen die Eissalon-Besitzerin, die zwei Menschen ermordet haben soll, ist am Samstag die bei Mordverdacht vorgesehene bedingt-obligatorische U-Haft verhängt worden. Wie Gerichtssprecher Christian Gneist gegenüber der Austria Presseagentur sagte, hat die Verdächtige vorerst kein Rechtsmittel gegen die Maßnahme eingelegt, da sie erst mit ihrem Anwalt Rücksprache halten will. Der Frau werden zwei Morde zur Last gelegt.

Zuvor war die Frau von Kärnten in die Justizanstalt Josefstadt verlegt worden. Eskortiert von zwei Polizisten und einer Polizistin traf die 32-Jährige um 11.00 Uhr mit einem weißen Justizwache-Bus mit verdunkelten Scheiben am Eingang in der Wickenburggasse in Wien-Josefstadt ein und fuhr direkt und ohne auszusteigen durch das Eingangstor.

Um 8.00 Uhr war die Spanierin von der Justizanstalt Klagenfurt aufgebrochen. Sie erhofft sich in Wien bessere Haftbedingungen als in Triest, wo sie als Schwangere mit vier Insassinnen auf 15 Quadratmetern untergebracht war.

Die 32-Jährige soll ihren deutschen Ehemann im Jahr 2008 ermordet haben. Ihr Ex-Freund, ein seit November des Vorjahres vermisster Oberösterreicher, soll im vergangenen November getötet worden sein. Nach den Morden soll die Frau die Leichen zerstückelt, in Plastiksäcke gepackt und im Keller ihres Eissalons in Wien einbetoniert haben.

Überstellung nach Österreich

Die im Fall der sogenannten Kellerleichen verdächtige 32-jährige Spanierin ist am Freitag von den italienischen Justizbehörden an ihre österreichischen Kollegen ausgeliefert worden. Die Verdächtige wurde gegen 11.00 Uhr an der Grenze Arnoldstein von Beamten des Gefängnisses von Triest und der Polizei von Udine, die sie vor zwei Wochen verhaftet hatte, an die österreichische Justizwache übergeben. Dann wurde die Mordverdächtige in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht.

Mit der Auslieferung haben die italienischen Behörden jede Zuständigkeit in dem Fall verloren, berichtete Massimiliano Ortolan, Chef der mobilen Polizeieinheit aus Udine, der APA. In Arnoldstein hielt sich die 32-Jährige knapp zwei Stunden auf. Die heimischen Beamten wollten unter anderem Fingerabdrücke der Frau abnehmen und weitere bürokratische Formalitäten erledigen. Die Verdächtige war in einem Kombi nach Arnoldstein gebracht worden. Insgesamt war sie in Begleitung von gut einem Dutzend italienischer Beamter.

Gegen 13.00 Uhr traf die mutmaßiche Zweifachmörderin in der Justizanstalt in Klagenfurt ein. "Sie wird wie jede andere auch routinemäßig in der Frauenabteilung untergebracht, es gibt keine Extrawürste", sagte der Leiter der Justizanstalt, Peter Bevc, auf APA-Anfrage. Für den Nachmittag war noch eine Einvernahme per Videokonferenz von der Staatsanwaltschaft Wien vorgesehen. Bereits an diesem Wochenende soll die verdächtige Eissalon-Besitzerin nach Wien überstellt werden.

Die Frau kündigte unterdessen den italienischen Behörden gegenüber an, ein Buch über ihren Fall schreiben zu wollen. Die Spanierin dankte den Polizeibeamten für die menschliche Behandlung bei ihrer Verhaftung vor zwei Wochen in Udine und fragte nach ihren Namen, weil sie sie in ihr Buch eintragen wolle. Den Polizisten sagte die 32-Jährige, sie sei über die Auslieferung an Österreich erleichtert, weil sie mit besseren Haftbedingungen als im Gefängnis von Triest rechne. Die Spanierin hatte zwei Wochen in einer 15 Quadratmeter großen Zelle mit weiteren vier Insassen verbracht und über Schlafprobleme geklagt. Die Frau ist im zweiten Monat schwanger.

Auch ihr Verteidiger Arthur Machac meinte, seine Mandantin werde in Wien wesentlich bessere Haftbedingungen als in Triest haben. Machac kündigte an, die 32-Jährige am Montag zu besuchen. Am Wochenende seien keine Besuche im Gefängnis erlaubt, berichtete der Anwalt. Vor der Auslieferung traf die Verdächtige noch am Donnerstag ihre Mutter, die aus Barcelona angereist war. Sie erhielt dafür eine Sondergenehmigung, weil im Gefängnis von Triest eigentlich der Freitag als Besuchstag vorgesehen ist.

Die Spanierin soll ihren deutschen Ehemann im Jahr 2008 ermordet haben. Ihr Ex-Freund, der seit November des Vorjahres vermisste Oberösterreicher soll im vergangenen November getötet worden sein. Nach den Morden soll die Frau die Leichen zerstückelt, in Plastiksäcke gepackt und im Keller ihres Eissalons in Wien einbetoniert haben.


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Ankunft in der JVA KlagenfurtFoto © APA/Gert Eggenberger

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Bild vergrößernÜberstellung nach KlagenfurtFoto © Kleine Zeitung DIGITAL/Fian

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Antenne Polizeisprecher Rainer Dionisio über die Auslieferung der Eissalon-Besitzerin

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