Missbrauchsprozess: Freispruch für Kärntner
Der 40-Jährige soll sich laut Anklage im Jahr 2007 an seiner damals 15-jährigen Tochter vergangen haben. Ein Gutachten entlastete den Angeklagten. Die Schuld des Mannes konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Foto © Kleine Zeitung/Jürgen Fuchs (Symbolbild)
Mit einem Freispruch ist am Dienstag der Prozess gegen einen 40-jährigen Kärntner am Landesgericht Klagenfurt zu Ende gegangen. Dem Mann wurde vorgeworfen, im Jahr 2007 seine damals 15-jährige Tochter sexuell missbraucht zu haben. Laut Richter Gerhard Pöllinger konnte in dem Beweisverfahren die Schuld des Mannes nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Der Freispruch ist nicht rechtskräftig.
Gutachten
Im Sommer 2007 hatte die damals 15-Jährige ihren Vater in Deutschland besucht. In einem Hotel, in dem die beiden übernachteten, soll es zu den Übergriffen gekommen sein. Das Mädchen vertraute sich nach ein paar Monaten einer Freundin an, die ihrerseits zuvor erzählt hatte, von ihrem Stiefvater missbraucht worden zu sein. Der Kärntner stand bereits in Deutschland wegen ähnlicher Vorfälle vor Gericht. Ein psychologisches Gutachten ergab, dass die inzwischen 20-Jährige vom Vater "extrem enttäuscht" sei. Er habe sich damals von seiner Frau - der Stiefmutter des Mädchens - getrennt. Die junge Frau sei zudem in psychiatrischer Behandlung gewesen, dort seien die Vorfälle nie zur Sprache gekommen. Verteidiger Alexander Todor-Kostic bezeichnete das Mädchen als Trittbrettfahrerin, es gäbe keinen objektiven Beweis für die angelasteten Übergriffe. Staatsanwalt Helmut Jamnig traute dem Mann ein derartiges Verhalten jedoch sehr wohl zu.
Ausschlaggebend für den Freispruch war für den Richter der E-Mail-Verkehr zwischen Vater und Tochter, in dem die Vorwürfe nie angedeutet wurden und das Gutachten der Sachverständigen. Pöllinger vermutete, der Tochter sei es weniger darum gegangen, den Vater anzuschwärzen. Vielmehr habe das Mädchen, das mit einer "überforderten Mutter und einem Workaholic" als Vater aufgewachsen sei, Aufmerksamkeit gesucht.











