Ein kleines Stück bessere Welt
Seit 50 Jahren leisten Österreicher in benachteiligten Weltregionen unverzichtbare Arbeit in der Entwicklungshilfe.

Foto © Michael Spindelegger besuchte 2009 im Rahmen seines 4-tägigen Afrika-Besuches in Kamdini, Bezirk Gulu, Uganda das Entwicklungshilfeprojekt der ADA (Austrian Development Agency).
Als die ersten österreichischen Entwicklungshelfer vor 50 Jahren loszogen, wurden sie noch vom Papst in Rom empfangen, es war Johannes XXIII. Das zeigt den Stellenwert, den die persönliche österreichische Unterstützung in weniger entwickelten Ländern hatte und hat. Die katholische Kirche mit ihrer langen - und auch umstrittenen - Erfahrung in der Mission religiöser Inhalte war und ist eine der zentralen Säulen in der österreichischen Entwicklungshilfe. Die heißt im heutigen Sprachgebrauch "personelle Entwicklungszusammenarbeit" und wird nicht von Entwicklungshelfern vorangetrieben, sondern von "Projektmitarbeitern".
Rund 30 Prozent dieses Teils der personenbezogenen Hilfsleistungen werden aus Mitteln finanziert, die die Kirche etwa durch Spenden für die Sternsingeraktion oder die Caritas aufbringt. Herzstück dieser Tätigkeit ist die Organisation "Horizont 3000", die aus drei kirchlichen Aktivgruppen entstanden ist.
Die zivile Sendung von hilfsbereiten Österreichern in benachteiligte Regionen begann vor einem halben Jahrhundert aus einer zweifachen Logik heraus. Damals war in Europa der Wiederaufbau nach dem Weltkrieg größtenteils geschafft. Und die einstigen Kolonialmächte begannen, sich aus ihren Überseegebieten zurückzuziehen. Viele der ärmsten Regionen der Welt mussten sich in ihrer Fortentwicklung neu orientieren. Was seither von Österreich an Entwicklungshilfe geleistet wurde, ist für Caritas-Präsident Franz Küberl insgesamt ein "großer Erfolg". Immerhin habe sich die Bevölkerung dieser Regionen in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Österreich müsste und könnte allerdings viel mehr tun, als den Betrag von rund 900 Millionen Euro aufzuwenden. Wie Küberl hebt auch Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) die große Spendenfreudigkeit der Österreicher etwa in der jährlichen Sternsingeraktion hervor.
In den Anfangsjahren der Entwicklungshilfe zählten handwerkliche und bäuerliche Fähigkeiten - sowie eine Eignungsbestätigung des lokalen Pfarrers - zum Anforderungsprofil der österreichischen Helfer. Heute sind primär Managementfähigkeiten und IT-Kenntnisse gefragt. So waren die österreichischen Entwicklungshelfer der ersten Jahre meist sehr jung - etwa Anfang 20 - und kamen aus den ländlichen Gebieten. Eine abgeschlossene Ausbildung war nicht die Regel. Erst später setzten sich Berufsausbildung und einschlägige Erfahrung durch, und heute sind die meisten Projektmitarbeiter akademisch ausgebildet und beruflich versiert.
Die Regionen, die Hilfe bei der Entwicklung brauchen, sind im Wesentlichen dieselben geblieben: Afrika südlich der Sahara, Mittelamerika sowie Südasien. In den 50 Jahren haben mehr als 2400 Österreicher in 80 Staaten tatkräftige Beweise der Solidarität und der Hilfsbereitschaft erbracht. Derzeit sind 80 Projektmitarbeiter von "Horizont 3000" in neun Ländern im Einsatz. Die geografischen Schwerpunkte haben sich in diesen Jahren nur leicht verschoben. Seit den Anfängen gehören Papua-Neuguinea im Pazifik sowie das mittelamerikanische Nicaragua zu den von Österreich besonders betreuten Ländern. Eigene Regionalzentren gibt es auch in Mosambik und Uganda.












