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Zuletzt aktualisiert: 15.06.2011 um 15:58 UhrKommentare

Nebenbuhler ertränkt: Tat nach Leichenfund rekonstruiert

Eine Mitte Mai in Bratislava angeschwemmte Leiche wurde nun identifiziert. Es handelt sich bei dem Toten um jenen 25-jährigen Mann, der vom Exfreund seiner Freundin im Donaukanal ertränkt worden sein soll.

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19-jähriger Wiener ertränkte Nebenbuhler

Im Fall des 19-jährigen Wieners, der am späten Abend des 1. Mai den neuen Freund seiner Ex-Freundin mit Gewalt zum Alberner Hafen gebracht, Michael F. (25) dort malträtiert und schließlich im Donaukanal ertränkt haben soll, ist der Tote gefunden worden. Wie Thomas Vecsey, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, am Mittwoch auf APA-Anfrage erklärte, ist die Leiche bereits am 16. Mai in Bratislava angeschwemmt und mittlerweile eindeutig identifiziert worden.

"Es hat einige Zeit gedauert, bis festgestellt werden konnte, dass es sich bei dem Toten um Michael F. handelt", sagte Vecsey. Der Leichnam wurde mittlerweile nach Wien überstellt und obduziert. "Jetzt warten wir auf das schriftliche Obduktionsgutachten", meinte Vecsey.

Unterdessen hat am Mittwoch mit dem Mordverdächtigen ein gerichtlich angeordneter Lokalaugenschein stattgefunden. Der 19-Jährige beantwortete zunächst die an ihn gerichteten Fragen, lehnte dann aber seine Mitwirkung ab, als er die Tat nachstellen sollte.

Wie der Mordverdächtige im Beisein des Haft- und Rechtschutzrichters, der zuständigen Staatsanwältin und seines Verteidigers Marcus Januschke erklärte, sei ihm "spontan eingefallen", den 25-Jährigen, den er vor der Wohnung seiner Ex-Freundin abgepasst hatte, an diesen abgelegenen und menschenleeren Ort zu bringen. Mit vorgehaltener Waffe, die Michael F. für echt gehalten haben dürfte, hatte er diesen dazu gebracht, in seinen Pkw einzusteigen und nach Wien-Simmering zu fahren.

Am Alberner Hafen angelangt, habe er den Elektronik-Verkäufer zum Aussteigen gezwungen und mit diesem "geredet". "Er wollte ihn zur Rede stellen. Er wollte ihn dazu bringen, mit seiner Ex-Freundin Schluss zu machen", so Verteidiger Januschke nach der Tatbegehung gegenüber der APA. Das Gespräch habe aber "die falsche Abzweigung genommen".

Als der 25-Jährige bereits glaubte, es gehe zurück zum Auto, dirigierte der 19-Jährige diesen durch teilweise dichtes Gebüsch und Unterholz am Donaukanal entlang, bestätigte der Verdächtige beim Lokalaugenschein. Der leicht gehbehinderte Michael F. musste rund 700 Meter überwinden, ehe eine kleine Lichtung erreicht wurde. Wie der Mordverdächtige in seinen polizeilichen Einvernahmen angegeben hatte, wurden am Weg dorthin immer wieder Pausen eingelegt, weil den 25-Jährigen die Kräfte verließen bzw. dieser das möglicherweise vorgab, da ihm klar gewesen sein dürfte, dass sein Leben auf dem Spiel stand.

Weil der Mordverdächtige die ihm vorgeworfene Bluttat nicht nachstellen wollte, zeigte ein Chefinspektor der Wiener Polizei anhand einer lebensgroßen Puppe, was sich den bisherigen Aussagen des 19-Jährigen zufolge gegen Mitternacht auf der abgelegenen Lichtung abgespielt haben soll. Demnach schlug der junge Mann dem 25-Jährigen mit dem Knauf der Schreckschusspistole wuchtig auf den Knopf, worauf der Nebenbuhler zu Boden ging. Der Verdächtige trat dann auf den am Boden Liegenden ein und jagte diesem Todesangst ein, indem er den Abzug der Schreckschusspistole betätigte.

Sechsmal feuerte er auf Michael F., der nicht wissen konnte, dass sich im Magazin nur Platzpatronen befanden. Die Anzahl der aus unmittelbarer Nähe abgegebenen Schüsse ließ sich anhand der Oberbekleidung eruieren, die beim Auffinden der Leiche sichergestellt werden konnten: Am T-Shirt fanden sich kreisrunde, von den Projektilen herrührende Brandspuren.

Nachdem das Magazin leer war, holte der 19-Jährige seiner Darstellung zufolge von der Böschung einen 25 bis 30 Kilogramm schweren Stein, während Michael F. wimmerte und um sein Leben gebettelt haben soll. "Er hat gesagt, dass er Mühe hatte, den Stein mit beiden Händen zu tragen", zitierte der Chefinspektor den Verdächtigen.

Den Stein ließ der 19-Jährige auf den Kopf seines Opfers fallen. Weil Michael F. danach noch Lebenszeichen von sich gab, zerrte er ihn an den Beinen zum Wasser und drückte mit dem linken Schienbein seinen Kopf unter Wasser. Ungeachtet seiner Verletzungen soll Michael F. verzweifelt um sein Leben gekämpft haben. Immer wieder gelang es ihm, mit dem Kopf aus dem Wasser aufzutauchen und nach Luft zu schnappen. Den bisherigen Angaben des Verdächtigen zufolge soll es 20 Minuten gedauert haben, bis der Widerstand des 25-Jährigen erlahmte. Daraufhin soll der 19-Jährige sein Opfer in die Strömung gestoßen und zugesehen haben, wie der leblose Körper davon trieb und nach einigen Metern unterging.

Im Anschluss schickte der Verdächtige seiner Ex-Freundin vom Handy und im Namen seines Opfers in fehlerhaften Deutsch mehrere SMS, wo es unter anderem hieß: "Es ist aus". Am nächsten Tag kehrte er an den Tatort zurück. Er fand allerdings die Patronenhülsen nicht, die erst die Polizei mittels eines Metalldetektors aufspürte. Auch die Schleifspur im Gras ließ sich nicht beseitigen. Der 19-Jährige ließ auch den blutigen Stein liegen.

Quelle: APA

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