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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2011 um 05:10 UhrKommentare

Gestohlene Uhren für reiche Russen

Erstmals seit über 20 Jahren brach nun ein Mitglied des berüchtigten serbischen Verbrechersyndikates "Pink Panther" vor Kärntner Kriminalisten sein Schweigen. Die Spuren zu in Klagenfurt geraubten Edeluhren führen bis nach Russland.

Spuren der rohen Gewalt im Juweliergeschäft in Klagenfurt. Die "Pink Panther" sind für ihr äußerst brutales Vorgehen bekannt und gefürchtet

Foto © EggenbergerSpuren der rohen Gewalt im Juweliergeschäft in Klagenfurt. Die "Pink Panther" sind für ihr äußerst brutales Vorgehen bekannt und gefürchtet

Ihre Antwort heißt Schweigen. Seit über zwanzig Jahren narren die Mitglieder des berüchtigten serbischen Verbrechersyndikates "Pink Panther" Polizei und Justiz in aller Welt. Rund 150 Überfälle auf Juweliere sind derzeit bei Interpol gelistet. Der Gesamtschaden der Coups liegt bei über 100 Millionen Euro.

Im Zuge der Ermittlungen rund um den brutalen Überfall auf einen Nobeljuwelier in Klagenfurt, wir berichteten ausführlich, ist es Kriminalisten erstmals gelungen, einen "Pink Panther" zum Reden zu bringen. "Wir haben zu dem Mann ein sehr gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut", bestätigt der Leiter der Raubgruppe im Landeskriminalamt, Chefinspektor Kurt Rautz. Mit seinem Stellvertreter Klaus Erlacher hat er wochenlang Informationen ausgewertet, abgeglichen und mit Tatorten in Stockholm und Kopenhagen unter Einbeziehung des Bundeskriminalamtes verknüpft. Den beiden erfahrenen Kriminalisten ist es auch gelungen, ganz konkrete Spuren zu Hehlernetzen nachzuzeichnen. Demnach sind die in Klagenfurt erbeuteten Uhren im Verkaufswert von rund 900.000 Euro an den Handgelenken reicher Russen und luxusverwöhnter Araber gelandet.

Die Hintermänner der drei "Pink Panther" im Alter zwischen 22 und 30 Jahren, denen unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen morgen, Mittwoch, am Landesgericht der Prozess gemacht wird, sitzen in den zentralserbischen Kreisstädten Uice und aak. Die "großen Bosse" sitzen im alten Fürstenstädtchen Cetinje in Montenegro. Ein Insider: "Die serbische Polizei weiß sehr viel über die Organisation, die in verschiedene Zweige gegliedert ist. Bei den Überfällen geht es punktgenau entweder um Luxusuhren oder um sündteuren Schmuck. Aber auch ausgeklügelter Trickdiebstahl wird praktiziert."

Die Kärntner Kriminalisten sind sehr zuversichtlich, noch weitere unaufklärbar scheinende Straftaten des etwa 400 Mitglieder starken Verbrechersyndikates klären zu können. Das soll auch der Prozess zeigen.

PETER KIMESWENGER

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