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Zuletzt aktualisiert: 11.06.2011 um 05:10 UhrKommentare

Asylheimbrand-Opfer klagen an

Im Fall des Asylheim-Großbrands in Klagenfurt vom Juni 2008 hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Aber 14 Asylwerber verklagen das Land und den Heimbetreiber nun auf rund 220.000 Euro Schmerzensgeld. Die Unterkunft war nicht "menschenwürdig".

14 Asylwerber verklagen das Land und den Heimbetreiber auf rund 220.000 Euro Schmerzensgeld

Foto © APA/Sujetfoto14 Asylwerber verklagen das Land und den Heimbetreiber auf rund 220.000 Euro Schmerzensgeld

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen: Im Fall des Asylheim-Großbrands in Klagenfurt vom Juni 2008 hat die Staatsanwaltschaft zwar die Ermittlungen eingestellt. Für die Angehörigen des verstorbenen Ghanaers und die anderen Opfer könnte es aber zumindest aus zivilrechtlicher Sicht Entschädigung geben.

In 14 Klagen gegen das Land Kärnten und den Heimbetreiber verlangen 14 Asylwerber im Summe rund 220.000 Euro Schmerzensgeld. Sie werfen den Verantwortlichen vor, nichts gegen die Sicherheitsmängel im Asylheim unternommen zu haben. Laut den Anklageschriften, die der Kleinen Zeitung vorliegen, war das Land verpflichtet, die Asylwerber in einer "geeigneten Unterkunft unterzubringen". Es sei der Verpflichtung aber "grob fahrlässig" nicht nachgekommen. Dem Heimbetreiber wird vorgeworfen, dass er feuer-, bau-, und sicherheitspolizeiliche Vorgaben im Heim nicht umgesetzt habe.

Gute Chancen

Konkret: "Die Brandschutzeinrichtungen waren veraltet. Es gab nicht einmal ein abgeschlossenes Stiegenhaus", argumentiert Anwalt Farhad Paya. Der Opferanwalt rechnet sich gute Chancen für einen Erfolg vor Gericht aus. Seiner Ansicht nach wäre die Tragödie verhinderbar gewesen, wenn das Land ordentlicher kontrolliert hätte. Aufgrund der Versäumnisse meint Paya, dass von "Achtung der Menschenwürde keine Rede sein kann".

19 Verletzte und ein Todesopfer hatte diese "Missachtung" der Menschenwürde zur Folge. Abgesehen von Schmerzensgeld für Verletzungen erhoffen sich die Betroffenen auch eine Entschädigung für psychisches Leid. Die Witwe des Ghanaers, der sich in Todesangst aus dem Fenster gestürzt hatte, leidet noch heute an den schockierenden Erlebnissen. Und daran, dass ihre vier Kinder keinen Vater mehr haben.

JOSEF PUSCHITZ

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