Verurteilung wegen Diebstahls von 5.300 Briefe
5.279 Briefe und 128 Pakete hat ein Postbediensteter in Salzburg innerhalb von zwölf Jahren mit nach Hause genommen. Der Vater von fünf Kindern zog 4.000 Euro an Bargeld heraus und hortete einen Großteil der Gegenstände im Wert von rund 30.000 Euro im Keller. Den Kindern schenkte er einen Fernseher, der Gattin Handy und Schmuck. Nun erhielt er 1.440 Euro Geldstrafe und zwölf Monate bedingt.
Bei dem Prozess in Salzburg legte der 42-Jährige am Montag ein umfassendes Geständnis ab. "Überforderung" gab der bisher unbescholtene Mann als Motiv des schweren gewerbsmäßigen Diebstahles an. Der Vertragsbedienstete sortierte in zwei Umleitungsstellen die Post. "Ich hatte einen Tunnelblick und bin da nicht mehr rausgekommen." Etwa 20 Prozent der Beute habe er selbst verwendet.
Staatsanwalt Marcus Neher warf ihm allerdings eine gezielte Vorgangsweise vor: Eine Vielzahl an Briefen sei an ein Kontaktmagazin adressiert gewesen, "die Leute trauen sich nicht, ihren Schaden anzugeben". Der Beschuldigte ließ auch Sendungen mit Autobahnvignetten, Musik- und Videokassetten, Briefmarken und Tankgutscheinen mitgehen. Am 27. November 2010 wurde der Beschuldigte beim Stehlen von elf Paketen erwischt. Da sei er erleichtert gewesen, weil er ein schlechtes Gewissen hatte, erzählte er nun dem Einzelrichter.
Bei der Aufarbeitung der Fakten zeigte sich der Angeklagte kooperativ. Die Zuteilung der sichergestellten Waren bereitete der Post allerdings Kopfzerbrechen. Zwei Mitarbeiter sortierten und dokumentierten in 100 Arbeitsstunden das Diebesgut auf dem Dachboden eines Lagers. Bei einem Großteil weiß man bis heute nicht, wer Absender und Empfänger waren. Die Post leistete 2.115,13 Euro an Schadensersatz für nachvollziehbare Paketsendungen. Diesen Betrag wie auch den Arbeitsaufwand in der Höhe von 5.500 Euro muss der Salzburger nun laut Urteilsspruch an die Post zahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.











