Kärntner Milizsoldat als Sextäter im Kosovo
Ein 37-Jähriger soll mehrere Frauen im Kosovo vergewaltigt haben. Das Bundesheer erstattete Strafanzeige, die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Foto © Kanizaj
Die Vorwürfe gegen einen 37-jährigen Milizsoldaten aus Kärnten wiegen schwer: Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses. Seit 2009 war der Unteroffizier im Rahmen der internationalen KFOR-Truppe (Kosovo Force) im Kosovo stationiert, im Juli hätte sein Einsatz zu Ende gehen sollen. Jetzt wurde er vorzeitig nach Österreich zurückbeordert. Ihm wird vorgeworfen, in den Jahren 2009 und 2010 mehrere Frauen aus dem Kosovo zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben.
Verdacht bestätigt
"Es hat Verdachtsmomente gegeben, dann haben wir im Umfeld des Mannes zu recherchieren begonnen", sagt Manfred Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. "Die betroffenen Frauen und der Mann wurden befragt - daraufhin hat das Bundesheer ein Disziplinarverfahren eingeleitet." Der Verdächtige war in der Verwaltung tätig, die betroffenen Frauen sollen im Österreicher-Camp für ihn gearbeitet haben. Neben dem Disziplinarverfahren hat das Bundesheer Strafanzeige gegen den Milizsoldaten erstattet.
"Die Anzeige ist bei uns eingetroffen, jetzt wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet", bestätigt Helmut Jamnig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegenüber der Kleinen Zeitung. Der Beschuldigte traf noch Freitag in Österreich ein. Nach seiner Einvernahme entscheidet sich die weitere Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft. Jamnig: "Wir sind keine Disziplinarbehörde, wir prüfen, ob gerichtlich strafbare Handlungen vorliegen."
Unabhängig vom Ausgang der Ermittlungen und Verfahren zieht das Bundesheer Konsequenzen. "Mit dem Ende dieses Einsatzes ist der Mann auch nicht mehr Angehöriger des Österreichischen Bundesheeres", erklärt Ministeriumssprecher Bauer. Auslandseinsätze - nur für diese hatte sich der Mann gemeldet - wird er laut Bauer nicht mehr versehen dürfen.
Hitlergruß im Kosovo
Im Oktober 2010 wurde ein ehemaliger KFOR-Soldat aus dem Burgenland zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Der 42-jährige Mann hatte während seines Auslandseinsatzes im Kosovo 2008 und 2009 für Aufregung gesorgt. Er hatte mehrmals den Hitlergruß verwendet und zudem antisemitische Äußerungen von sich gegeben.
Features
Kosovo-Truppe
Die KFOR (Kosovo Force) wurde 1999 nach dem Kosovokrieg unter Führung der NATO formiert. Ziel ist es, Sicherheit für Bewohner und Flüchtlinge zu schaffen. Die Truppenstärke betrug ursprünglich über 50.000, jetzt sind noch 6300 Soldaten aus 31 Ländern im Kosovo.
Österreich ist seit Beginn mit einem Kontingent vertreten. Derzeit sind 463 Soldaten dort.










