Wo das Klima zum Risiko wird
Erstmals schlüsselt eine Studie auf, wie verwundbar die steirischen Regionen in Sachen Klimawandel sind - und gibt Tipps zur Anpassung.

Foto © APABereits trockene Gebiete werden noch trockener, die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen steigt an
Selbst wenn der überschüssige Kohlendioxidausstoß von heute auf morgen gestoppt würde - eine gewisse Erwärmung der Erdatmosphäre ist nicht mehr aufzuhalten. Die Rede ist von rund zwei Grad Celsius, um die die globalen Temperaturen nach oben klettern werden. Das kann beträchtliche Auswirkungen haben. Bereits trockene Gebiete werden noch trockener, die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen steigt an. Wer auf solche Veränderungen vorbereitet ist, hat künftig einen Startvorteil.
Doch wie anfällig auf klimatische Veränderungen sind bei uns Industrie, Landwirtschaft und Tourismus, und wo sind welche Schritte zu setzen? In dieser Frage ist die Steiermark nun einen Schritt weiter. Im Auftrag von "Impuls Styria" hat das Joanneum Research eine Studie erstellt, die aufschlüsselt, wie ökonomisch verwundbar die steirischen Regionen in Bezug auf Wetter und Klima sind. Und das Papier zeigt, dass das Land diesbezüglich keine Insel der Seligen ist. Ob im Tourismus, bei der Wasserversorgung oder im Gesundheitswesen: An den klimatischen Bedingungen im Land hängen Milliardenbeträge. "Dass das so ist, hat man schon bisher gewusst, aber jetzt haben wir dazu handfeste Zahlen", sagt Studienleiter Franz Prettenthaler, Ökonom beim Joanneum Research.
So förderte die Studie zutage, dass der südliche Landesteil mit den größten klimabedingten Risiken konfrontiert ist. Die Weststeiermark etwa ist besonders anfällig für Sturmschäden und Hochwässer, die Oststeiermark für Trockenheit. Durch Trockenphasen macht die steirische Stromerzeugung aus Wasserkraft im Schnitt alle 20 Jahre Einbußen von 35 Millionen Euro, die Forstwirtschaft kämpft mit dem Borkenkäfer.
Erfolgreiche Anpassung
Mildernd könnte der Klimawandel auf das allgemeine Kostenrisiko beim Heizen wirken. Wärmere Winter erfordern weniger Heizaufwand.
In der Obersteiermark bedroht die Erderwärmung dagegen den Wintertourismus. Weil viele Schigebiete inzwischen aber auf Schneekanonen setzen, hat sich das wirtschaftliche Risiko etwas reduziert. "Das sind Anpassungsmaßnahmen, die bereits Erfolg zeigen", sagt Prettenthaler.
Die Studie "Klimarisiko Steiermark" ist um 29 Euro im Buchhandel erhältlich.
Features
Foto











