Helfer kamen nicht zu Unfallopfer durch
Bei einem Unfall in der Hansson-Kurve auf der Südost-Tangente konnte das Opfer lange nicht versorgt werden, da die Rettungswägen nicht zur Unfallstelle fahren konnten.

Foto © APAStau auf der Südosttangente
Viele bange Minuten musste Freitag früh ein verletzter Motorradfahrer auf der Südost-Tangente in Wien auf Hilfe warten. Der Mann war laut ÖAMTC in der Hansson-Kurve zu Sturz gekommen. Mangels Pannenstreifens brauchten die Rettungskräfte aber über eine halbe Stunde bis zur Unfallstelle. Eine Autokolonne hatte den Weg versperrt. Um solche Vorfälle künftig zu vermeiden, soll mit Jahreswechsel die sogenannte Rettungsgasse auf Autobahnen eingeführt werden. Pkw und Lkw wären dann verpflichtet, den Platz für Einsatzfahrzeuge frei zu machen (siehe Faktenbox rechts).
145.000 Fahrzeuge pro Tag
Die Hansson-Kurve selbst wird noch bis Herbst 2012 generalsaniert. Sie zählt ebenso wie der Rest der Südost-Tangente zu den am stärksten befahrenen Straßenabschnitten in Österreich. Viele Pendler - vor allem auch aus Kärnten und der Steiermark - passieren hier die Wiener Stadtgrenze. Laut Asfinag beträgt das Verkehrsaufkommen in diesem Abschnitt 145.000 Fahrzeuge pro Tag - darunter viele Lkw.
Für die gesamte Dauer der Bauarbeiten hat die Autobahngesellschaft daher auch ein umfangreiches Verkehrskonzept erarbeitet. Demnach soll die "Hauptbauleistung" in der Nacht erfolgen, die sechs Fahrbahnstreifen verschmälert und verschwenkt werden. Während der Sommermonate will man die Zahl schließlich auf vier Streifen verringern. Als Ausweichrouten werden die Südumfahrung S 1 und die A 4 empfohlen. Die Gesamtkosten der Sanierung betragen rund 30 Millionen Euro.
Features
Rettungsgasse geplant
Damit Einsatzfahrzeuge im Fall eines Unfalles nicht mehr behindert werden, soll 2012 die Rettungsgasse auf Autobahnen eingeführt werden. Das sieht ein Gesetzesentwurf vor. Das Ausweichen nach links bzw. rechts ist dann Pflicht, um Einsatzfahrzeugen die freie Zufahrt zur Unfallstelle zu ermöglichen. Für Behinderungen sind Geldstrafen von 72 bis 2180 Euro geplant. Das Verkehrsministerium arbeitet an einer Informationskampagne im kommenden Herbst. In Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Slowenien gilt die Rettungsgassen-Regel bereits.











