Vierjähriger nach Hundebiss Kopfhaut angenäht
Dem vierjährigen Mädchen, das in Salzburg von einem Rottweiler attackiert worden war, ist in der Nacht in einer fünfstündigen Operation die Kopfhaut wieder angenäht worden. Es befindet sich außer Lebensgefahr.

Foto © APA
Ein vierjähriges Mädchen, das am Freitagabend in Wals-Siezenheim (Flachgau) von einem Rottweiler in den Kopf gebissen und schwer verletzt worden ist, befand sich am Samstag außer Lebensgefahr. Das sagte die Leiterin der Kinderintensivstation des Landeskrankenhauses Salzburg, Sigrid Ofner, der APA. Das Kind wurde in künstlichen Tiefschlaf versetzt. Wie sich heute herausstellte, hatte die kleine Amelie mit ihrem Bruder im Garten einer benachbarten Familie mit deren Dackel gespielt, als der Rottweiler eines anderen Nachbarn über einen Zaun sprang und auf die beiden Kinder losstürmte.
Die Ärzte haben den großen Hautlappen, den der dreijährige Rottweiler-Rüde vom Kopf des Opfers gerissen hatte, in einer mehrstündigen Operation wieder angenäht. Ob die Behandlung erfolgreich ist, werde sich erst in ein paar Tagen herausstellen, sagte die Oberärztin. Laut Pressesprecherin der Salzburger Landeskliniken, Beate Erfurth, wird das Mädchen Anfang nächster Woche aus dem Tiefschlaf geholt. Die Patientin habe auch noch eine Bisswunde am Unterkiefer erlitten, sagte Erfurth.
Rottweiler lief frei herum
Der Rottweiler lief vor dem Zwischenfall im Garten seines 41-jährigen Besitzers frei herum. Gegen 18.00 Uhr rannte er auf das benachbarte Grundstück, wo Amelie und Sebastian bei der Hauseinfahrt mit dem sechs Jahre alten Dackel spielten. Er dürfte über den 1,20 Meter hohen Zaun gesprungen sein. "Die Kinder lieben unseren Chester heiß. Deshalb sind sie schon öfters mit Hilfe eines Sessels über die Mauer zu uns herübergeklettert. Unser Hund ist sehr gutmütig", schilderte die Nachbarin der APA. Ihr Grundstück befindet sich genau in der Mitte. Es liegt zwischen jenem des Besitzers des Rottweilers und jenem der Familie der Geschwister.
Die Nachbarin schickte die Kinder gestern am Abend allerdings wieder heim, weil noch Arbeiten bei ihrem Schwimmbad anstanden. Amelie und Sebastian dürften aber wieder zurückgekehrt sein, um mit dem Dackel weiter zu spielen. Der Volksschüler konnte sich bei der Hundeattacke noch rechtzeitig über die Mauer auf das angrenzende Grundstück retten, wo die Kinder mit ihrer 29-jährigen Mutter wohnen. Die Vierjährige war für den Rottweiler ein leichtes Opfer. "Warum er über den Zaun sprang und auf das Kind losging, wissen wir nicht", sagte Franz Leikermoser von der Polizeiinspektion Wals.
Auch die Besitzerin des Dackels rätselte über die Ursache der Hundeattacke. "Ich weiß nicht, was den Rottweiler gereizt hat. Es ist so schnell gegangen. Der Besitzer des Rottweilers hatte ziemlich viel zu tun, um den Hund von Amelie loszureißen. Mein 66-jähriger Mann hat dann den Haarschopf gefunden", erzählte sie.











