Prozess nach "Bandenkrieg" in Klagenfurt
Nach Streit um ein Mädchen drangen Jugendliche brutal in Wohnung ein: Für vier von ihnen gibt es Geld- und Haftstrafen. Schüler verteidigte sich mit Samuraischwert. Auch er muss vor Gericht.

Foto © EggenbergerAnton Kumnig leitete den Einsatz nach dem Gewaltexzess in Klagenfurt. Vor ihm zwei Tatwerkzeuge: Baseballschläger und Samuraischwert
Auf den Besuch einer Klagenfurter Innenstadt-Disco am Stephanitag folgte für einen Koch (23), einen Schüler (18) und ihre zwei Freundinnen (17) eine Horrornacht.
Sie gerieten zunächst mit einer Gruppe junger Männer in Streit. Offenbar wegen eines der Mädchen. Die vier zogen sich in die sichere Wohnung des Schülers zurück. Doch die Kontrahenten aus dem Lokal verfolgten sie, bewaffnet mit einem Baseballschläger. Mit einem Schraubenzieher zwängten sie die Eingangstür zum Haus auf. Der Schüler hörte den Lärm. Die Mädchen verbarrikadierten sich, der Koch wurde mit Pfefferspray bewaffnet. Dann öffnete der Schüler die Tür - in der Hand ein Samuraischwert (die Kleine Zeitung hat berichtet). Im Zuge der Auseinandersetzung wurde ein Angreifer durch das Schwert an den Sehnen seiner Hand verletzt. Der junge Mann musste operiert werden. Der Schüler wird sich daher demnächst wegen Körperverletzung selbst vor Gericht verantworten müssen.
Am Dienstag leitete Richter Michael Schofnegger den Prozess gegen die sieben Angreifer. Einer wurde freigesprochen. Es konnte nämlich nicht bewiesen werden, dass er bei der Racheaktion tatsächlich dabei war. Jene beiden Angeklagten, die den Schüler und den Koch verletzt haben sollen, müssen erneut vor Gericht erscheinen. Denn ein Zeuge urlaubt gerade im Ausland.
Bleiben noch vier Männer mit Migrationshintergrund im Alter von 19 bis 24 Jahren. Sie wurden wegen Hausfriedensbruch verurteilt. Die nicht rechtskräftigen Urteile für die durchwegs Vorbestraften reichen von 1800 Euro Geldstrafe bis drei Monate unbedingte Haft. "Um vier Uhr früh in ein Haus einzudringen, um sich zu rächen, ist ein verbrecherisches Vorgehen, das an Mafiastrukturen in Osteuropa erinnert", sagte Schofnegger.
Ein "Danke" gab es nur vom Freigesprochenen.










