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Zuletzt aktualisiert: 14.04.2011 um 16:44 UhrKommentare

Polen erpressten Grazer Professor - Haftstrafen

Zwei Polen sind am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht u.a. wegen versuchter schwerer Erpressung eines Universitätsprofessors verurteilt worden. Die Männer waren mit Hilfe eines noch immer flüchtigen Komplizen in das Haus des Akademikers eingebrochen und haben dort Kinderpornografie auf einer PC-Festplatte gefunden. Damit wollten sie 200.000 Euro erpressen und den Grazer anschließend töten.

Der 27-jährige Angeklagte wurde zu drei, sein Komplize zu zehn Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Am 12. Juli 2010 sollen laut Anklage der 58-jährige Pole und ein 45-jähriger, bis jetzt flüchtiger Komplize, in das Wohnhaus des Professors nahe Graz eingebrochen sein und Computer, Schmuck und Festplatten im Wert von rund 17.000 Euro gestohlen haben. Als sie die Daten sichteten, entdeckten die Täter unzählige - laut Staatsanwaltschaft 50.000 - Fotos und Videos mit Kinderpornografie. Der 27-jährige Automechaniker, der als einziger des Trios des Deutschen mächtig ist, meinte vor Gericht, dass die beiden anderen noch mehr Geld gewittert hätten.

Die beiden älteren, mehrfach einschlägig vorbestraften Polen hätten ihn dann gezwungen, die Erpressungsanrufe und Kurzmitteilungen zu schicken, "ansonsten würde es meine Familie bereuen", so der 27-Jährige. Aus Angst habe er getan, was die anderen wollten. Ganz anders sah das der 58-Jährige: Der flüchtige, 45 Jahre alte Landsmann habe den Einbruch und die Erpressung zusammen mit dem anderen Angeklagten geplant. Er habe nur in der selben Wohnung wie die beiden gelebt und nichts damit zu tun.

Doch die Ermittlungen belegten, dass der 58-Jährige mehrmals bei den Einvernahmen gelogen hatte. Staatsanwalt Hansjörg Bacher meinte, der 27-jährige, unbescholtene Automechaniker sei den beiden "Profi-Kriminellen in die Hände gefallen". Der Professor habe "doppeltes Pech" gehabt: erst der Einbruch, dann die entdeckten Kinderpornos, die Suspendierung von der Universität und auch das Ermittlungsverfahren gegen ihn selbst. Aber Bacher war sich sicher: "Wenn wir die Angeklagten nicht vorher gefunden hätten, hätten sie den Professor umgebracht."

Die Schöffen verurteilten den 27-jährigen Automechaniker wegen versuchter schwerer Erpressung und Hehlerei zu drei Jahren Haft, wobei zwei bedingt nachgesehen werden. Sein einschlägig vorbestrafter Komplize dagegen muss zusätzlich auch wegen gefährlicher Drohung, schweren gewerbsmäßigen Diebstahls und verbrecherischen Komplotts für zehn Jahre ins Gefängnis. Beide erbaten sich Bedenkzeit.

Quelle: APA

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