Pensionistin 74.000 Euro herausgelockt
Eine 53-jährige Pensionistin aus Ferndorf gab einem Arbeiter aus Spittal in den letzten zwei Jahren immer wieder Geldbeträge. Der Mann gab an, das Geld für seine Scheidung, seine bankrotte Firma und neue Geschäftsideen zu benötigen.

Foto © Weichselbraun
Ein Maler (46) trieb es bunt: Er soll einer Pensionistin (53) aus dem Bezirk Villach-Land 74.430 Euro herausgelockt haben. Zwei Jahre lang hatte ihm die Frau immer wieder Geld geliehen und nie etwas zurück bekommen. Dienstag erstattete die Betroffene Anzeige. Die Sache scheint eindeutig. Der Maler hat sie angeschmiert.
Die beiden lernten sich im März 2009 kennen, als der Mann zuerst bei ihr und dann bei ihrem Sohn Arbeiten durchführte. Der 43-Jährige beschwerte sich, dass seine Firma in Konkurs sei und er in Scheidung lebe. Da lieh ihm die Frau Geld. Am 11. November 2009 bekam er zum ersten Mal 500 Euro. Auf einem Zettel bestätigte er den Erhalt mit seiner Unterschrift.
Im Laufe der Zeit meldete sich der Arbeiter immer wieder bei der verheirateten Pensionistin. Er brauche Geld für eine Wohnung, ein Auto, ein Kaffeehaus, das er in Tschechien eröffnen wollte. Und die Frau gab und gab und gab ihm Geld. Meist Beträge zwischen 2000 und 8000 Euro - direkt von ihrem Sparkonto. Den Großteil des geborgten Geldes ließ sie sich bestätigen. Doch an die abgemachten Rückzahlungsmodalitäten hielt sich der Maler nie. Nur einmal gab er 250 Euro zurück.
"Am 13. Jänner gab sie ihm das letzte Mal Geld - 1100 Euro", schildert ein Ermittler. "Wenn sie etwas zurückhaben wollte, vertröstete sie der Mann immer wieder." Noch mehr: Er soll ihr sogar gedroht haben. Motto: Ich habe nichts mehr zu verlieren. "Wenn Du zur Polizei gehst, bringe ich zuerst Dich um und dann mich", hat der Mann angeblich gesagt. Dennoch ging die Betroffene - spät, aber doch - zur Polizei. Dort musste der Maler nun Farbe bekennen: Ja, er habe sich immer wieder Geld geborgt, gab er zu. Nein, er habe nicht gewusst, wie er das je zurückzahlen solle.
Café in Tschechien
Verwendet habe er das "Bare" für Kaufverhandlungen, weil er ein Kaffeehaus in Tschechien wollte. Und für den geplanten Erwerb einer Wohnung. Einen Teil habe er verspekuliert. Für sich selbst hätte er fast nichts verwendet, gab der Mann zu Protokoll. Er gestand, zumindest 60.000 Euro eingestreift zu haben. Die Drohungen bestritt er allerdings. Ob sein Opfer das Geld je zurück bekommt, darf bezweifelt werden.










