FBI bittet Rätselfans um Hilfe in einem Mordfall
Im Hosensack einer Leiche wurden zwei Notizen gefunden, die selbst das FBI nicht entziffern kann. Seither wird gerätselt, wer hinter dem Mord steckt.

Foto © APADas FBI-Hauptquartier in Washington
Im Juni 1999 wurde Ricky McCormick (41) in einem Feld in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri tot aufgefunden. Seither wird gerätselt, wer hinter dem Mord steckt.
Den einzigen Hinweis auf den Täter könnten zwei handschriftliche Zettel liefern, die sich in den Hosentaschen des Toten fanden. Diese enthalten eine verschlüsselte Botschaft, voll mit geheimnisvollen Codes aus Zahlen, Buchstaben, Klammern und Satzzeichen.
Zwölf Jahre lang haben die Experten des FBI versucht, dieses Gewirr zu knacken - vergebens. "Wir sind gut in dem, was wir tun", sagte Ed Olson, Leiter der zuständigen FBI-Fachabteilung. "Aber in diesem Fall könnten selbst wir Hilfe gebrauchen." Daher veröffentlichte nun die Behörde im Internet die mehr als 30 Zeilen mit dem Appell um Hilfe.
Dabei ist nicht einmal sicher, ob der Inhalt der beiden Schreiben mit dem Mord in Verbindung steht oder nicht. Das FBI ist jedoch davon überzeugt, dass es sich nicht um sinnloses Gekritzel handelt.
Dass die Notizen vom Opfer selbst stammen, ist ziemlich sicher, denn schon als Kind verfasste McCormick Nachrichten in verschlüsselter Form. Er verriet aber niemandem, wie diese zu entschlüsseln waren. Aufgrund der Codes bescheinigt das FBI dem Opfer "eine hohe Intelligenz", auch wenn er nur die Schulunterstufe absolviert hat.
Keine Belohnung
Schon vor geraumer Zeit hat sich das FBI an Experten der American Cryptogram Association, eine Gruppe von Hobbykryptografen, gewandt. Doch auch diese konnten die Botschaft nicht knacken. "Vielleicht hat jemand mit einem noch unverstellten Blick eine brillante neue Idee", sagte nun Olson.
Laut FBI wurden die Notizen in den letzten drei Tagen vor dem Mord verfasst. Selbst wenn sie keinen Hinweis auf den Mörder enthalten, so könnten auch Informationen - etwa eine gewöhnliche Einkaufsliste - für den Aufenthalt des Opfers in den Tagen vor der Tat wertvoll sein, meint das FBI.
Die Ermittler hoffen, dass die Chance, möglicherweise einen Mordfall zu lösen, Anreiz für viele Rätselfans genug ist - denn Belohnung gibt es dafür keine.
Der Fall erinnert an den "Zodiac-Killer". In den 1970ern gab es einen ähnlichen Fall: Damals gelang es einem Lehrer in Kalifornien, eine der Botschaften des "Zodiac-Killers", der vier Männer und drei Frauen ermordet haben soll, zu entschlüsseln, nachdem sie von einer Zeitung publiziert worden war. Drei weitere verschlüsselte Nachrichten wurden aber nicht enträtselt - und der Serienmörder nie gefasst.











