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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2011 um 16:24 UhrKommentare

Land NÖ will Gelsen mit Bakterien bekämpfen

Ein Pilotprojekt zur Bekämpfung künftiger Gelsenplagen des Landes Niederösterreich sorgt derzeit für Aufregung. In der Region March-Thaya-Auen sollen die Stechmücken mittels natürlich im Boden vorkommenden Bakterien dezimiert werden, erklärte SPÖ-Landesrätin karin Scheele am Dienstag. Die Grünen protestierten heftig: Die Idee, "mit Gift-Kanonen auf Gelsen zu schießen", sei nicht nachhaltig.

Laut Scheele sei geplant, die Bakterien nach laufenden Probeentnahmen in den Gewässern auszustreuen oder mittels Hubschrauber in schwer zugänglichen Überschwemmungsgebieten anzubringen. Erfahrungen in Deutschland hätten gezeigt, dass so "binnen kürzester Zeit" die Gelsenplage um 85 Prozent verringert werden konnte. "Naturschutzgebiete werden vorsorglich ausgenommen und auch Fließgewässer sind nicht betroffen, da diese wegen des Fischbestands nicht als Massenbrutgewässer infrage kommen", so die Landesrätin.

Betroffen sein soll der Bereich zwischen dem Flussverlauf March/Thaya und den Siedlungsgebieten der angrenzenden Gemeinden. Der Regionalverband March-Thaya-Auen und sämtliche Bürgermeister von Mitgliedsgemeinden seien für die Organisation zuständig. Biologen sollen außerdem das Projekt überwachen.

"Ohne flussbauliches Know-how wird die Gelsenplage weitergehen und Gift auf große Flächen ausbringen, ist ein ökologischer Wahnsinn", zeigte sich die Grüne LAbg. Helga Krismer entsetzt. Sie forderte stattdessen die Einrichtung eines "Gelsenkompetenzzentrums", das bereits 2009 im Landtag beschlossen worden sei. "Eine Truppe Fachleute wie Biologen kostet Geld, ist aber nachhaltiger."

Beim Land zeigte man für diese Argumentation wenig Verständnis. "Die Gelsenplage hat in den letzten Jahren stark zugenommen und ist den Menschen vor Ort nicht mehr zumutbar", meinte Scheele. Mit dem Bakterium wende man die "derzeit umweltfreundlichste Methode zur Gelsenregulierung" an. In dieser Sache halte die ganze Region zusammen, Panik zu verbreiten sei daher keine "verantwortungsvolle Politik".

Quelle: APA

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