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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2011 um 12:15 UhrKommentare

Influenza 2010/11: 21 Tote und 400 Spitalsaufnahmen

Auch dieses Jahr verlief die Grippewelle in Österreich nicht harmlos. Der Impfstoff hätte verlässlich geschützt.

Foto © Reuters

In den vergangenen Wochen grassierte wieder die Influenza in Österreich. Harmlos war sie nicht, so die Experten des Instituts für Virologie der MedUni Wien. Sie haben jetzt in ihrer Virusepidemiologischen Information Bilanz gezogen: Immerhin kam es durch solche Erkrankungen zu mindestens mehr als 400 Spitalsaufnahmen und möglicherweise bis zu 21 Todesfällen, stellen die Fachleute fest.

"Obwohl bereits im Dezember 2010 immer wieder sporadische Fälle von Influenzavirus-Infektionen aufgetreten sind, erfolgte der signifikante Anstieg an positiven Virusnachweisen (...) erst in der dritten Kalenderwoche 2011. Daher wurde am 18. Jänner die Information über den Beginn der Grippewelle an die Gesundheitsbehörden und die Öffentlichkeit weitergegeben" schreiben die Fachleute.

Das Erregerspektrum war wie erwartet. Monika Redlberger-Fritz und Therese Popow-Kraupp von dem Institut in ihrer Zusammenfassung: "Im Vergleich zu den Grippewellen der vergangenen Jahre kann die Aktivität der Influenzaviren in der heurigen Saison als durchschnittlich bezeichnet werden, sowohl was ihre Dauer als auch ihr epidemiologisches Ausmaß betrifft. Das dominierende Virus in dieser Saison war das im April 2009 erstmalig aufgetretene Influenza A/H1N1 (2009) Virus."

Schwere Krankheitsverläufe

Was den Verlauf und den Schweregrad der Erkrankungen betrifft, so zeigte sich auch 2010/2011 wieder das bereits aus der Pandemiewelle 2009 bekannte charakteristische Bild der Influenza A/H1N1 (2009)-Infektionen. Die Fachleute: "Wieder erkrankten vorwiegend Kinder und junge Erwachsene, und dementsprechend fanden sich auch ungewöhnlich häufig schwere Krankheitsverläufe und Hospitalisierungen in dieser Altersgruppe."

Fazit, so die Virologinnen: "In Österreich mussten heuer insgesamt 434 Patienten mit einer A/H1N1 (2009)-Infektion stationär behandelt werden, und ein Großteil dieser Patienten war unter 60 Jahre alt. Bisher wurden in dieser Saison 21 Todesfälle über das EMS (elektronisches Meldesystem) gemeldet. Davon waren zehn sicher mit der Influenza A/H1N1 (2009) Infektion assoziiert, neun von diesen Verstorbenen waren jünger als 60 Jahre. Bei sechs der gemeldeten Todesfälle konnte der kausale Bezug zur Influenza A/H1N1 (2009) Infektion nicht zweifelsfrei gesichert werden und bei fünf Fällen fehlen derzeit noch genauere Angaben." Influenza-Todesfälle werden laut Experten international nur mangelhaft gemeldet, weil als Todesursache zumeist nicht die Virusinfektion, sondern eine Komplikation wie Herz-Kreislauf-Versagen oder Lungenentzündung angegeben wird.

Eine besondere Risikogruppe bei A/H1N1 (2009)-Infektion sind offenbar Schwangere. Die Wiener Fachleute: "So beträgt die Mortalitätsrate in dieser Patientengruppe um die zehn Prozent. Nach den uns zur Verfügung stehenden Informationen haben wir bis jetzt bei 14 werdenden Müttern (drei im ersten, drei im zweiten und acht im dritten Schwangerschaftsdrittel, Anm.) eine Infektion mit A/H1N1 (2009) bestätigt, die alle stationär behandelt werden mussten." Für zwei Betroffene war die Aufnahme in eine Intensivstation notwendig. Der größte Teil der Probleme hätte auch in dieser Influenza-Saison verhindert werden könnten. Die Zusammensetzung des Impfstoffes stimmte perfekt mit den auftretenden Virusstämmen überein, es wurden auch kaum Resistenzen gegen die Arzneimittel "Tamiflu & Co." registriert.


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