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Zuletzt aktualisiert: 19.03.2011 um 17:05 Uhr

Mutmaßlicher Doppelmörder wieder frei

Aufregung in Paraguay: Jener Kärntner, der im Verdacht steht, ein deutsches Ehepaar getötet zu haben, wurde enthaftet. Der Exklusiv-Bericht der Kleinen Zeitung wurde damit bestätigt.

Das paraguaynische Staatsgefängnis Tacumbu

Foto © Privat/KKDas paraguaynische Staatsgefängnis Tacumbu

Wie ein Lauffeuer hat sich in den vergangenen Stunden in Internetforen die Meldung verbreitet, dass der in einem Gefängnis in Paraguay inhaftierte mutmaßliche Doppelmörder Sandro H. enthaftet wurde. Der Kärntner Zuhälter steht, wie berichtet, im Verdacht im Juli 2010 in Asuncion ein älteres deutsches Makler-Paar erschossen zu haben.

Aber nicht nur in Foren wird die Freilassung des Zuhälters verkündet, auch auf dessen eigener Facebook-Seite ist wieder Bewegung. Vor zwei Tagen hat Sandro H. begonnen, Einträge zu hinterlassen, suchte vor allem mit Freunden in Kärnten den Kontakt. Wortlaut von Einträgen: "Was gibt es bei euch Neues, Amigos?" oder "Brauche vielleicht Hilfe, jetzt noch nicht."

Beweise reichen vielleicht nicht

Inoffiziell hat man in Paraguay schon seit Längerem damit gerechnet, dass die Beweise gegen den 42-Jährigen nicht reichen könnten. Der Staatsanwalt muss sich hauptsächlich auf das Überwachungsvideo einer Bank stützen. Auf diesem sieht man laut Zeugen den Kärntner, wie er in der Mordnacht am Bankomat mit der Kreditkarte eines der Opfer 300 Euro abhob. Und der weiße Geländewagen Nissan Terrano, der vor dem Geldautomaten parke, konnte ihm eindeutig zugeordnet werden.

Mit diesem Überwachungsvideo gab es jedoch immer wieder Probleme. Die Aufnahmequalität ist sehr schlecht. Und als der Staatsanwalt vor einigen Tagen neuerlich vier Zeugen vorlud, um den Kärntner am Video zu identifizieren, konnte das Video gar nicht abgespielt werden. Hinzu kommt, dass bis heute die Tatwaffe (eine Pistole) nicht gefunden werden konnte und der Verdächtige alles abstreitet.

Wenn der Zuhälter tatsächlich wieder in Freiheit ist, wäre ihm das trotz Vorliegens eines internationalen Haftbefehls samt Auslieferungsersuchens gelungen.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

CHRONOLOGIE

2006 verschwand Michaela Grabner, die Freundin des Zuhälters, spurlos. Er soll sie getötet haben. 2007 wurde er wegen Planung eines Mordkomplotts zu einer Haftstrafe verurteilt. 2008 kam er vom Freigang aus einem steirischen Gefängnis nicht mehr zurück und tauchte in Südamerika unter.

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