Mädchenmord in Spanien: 22 Jahre Haft
Selten hat ein Kriminalfall Spanien so bewegt wie der Mord an der fünfjährigen Mari Luz. Rund zwei Monate nach ihrem Verschwinden war ihre Leiche im März 2008 im Hafenbecken von Huelva im Süden des Landes entdeckt worden. Am Freitag wurde ihr Mörder nun zu 22 Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den vorbestraften Santiago V. auch des sexuellen Missbrauchs schuldig.
Vor drei Wochen hatte seine Frau den 45-Jährigen in einem TV-Interview der Tat bezichtigt und damit eine frühere, entlastende Aussage revidiert. "Mein Mann ist es gewesen, er hat die Kleine umgebracht", sagte sie.
Mari Luz war Mitte Jänner 2008 in Huelva verschwunden, als sie nahe der Wohnung ihrer Eltern in ein Lebensmittelgeschäft ging, um eine Packung Chips zu kaufen. Der in der Gegend lebende Täter lockte sie mit einem Teddy in seine Wohnung, wie es in dem Urteil heißt. Als das Mädchen zu fliehen versuchte, habe er es bewusstlos geschlagen. Anschließend habe er Mari Luz mit Hilfe seiner Schwester in einen Fluss geworfen. Die Obduktion ergab, dass das Kind ertrank. Die Schwester des Angeklagten wurde als Komplizin zu neun Jahren Haft verurteilt.
Der Fall hatte auch wegen einer schweren Justizpanne für Empörung gesorgt: Der Mörder hätte schon damals im Gefängnis sitzen müssen, denn er war bereits wegen sexuellen Missbrauchs seiner fünfjährigen Tochter und eines neun Jahre alten Mädchens rechtskräftig verurteilt worden. Er befand sich jedoch auf freiem Fuß, weil der zuständige Richter es versäumt hatte, den Vollzug der Haftstrafe anzuordnen.












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